Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Kategorie: Gewalt

Gewalt im Forum

Gewalt vermutet man in Bielefeld richtigerweise hinterm Bahnhof. Schon im letzten Jahr gastierte die Berliner Noise-/Wut-Wave-Band im Nummer-zu-Platz. In diesem Jahr spielte man im wenige hundert Meter entfernten, größeren Forum, wenn auch nur auf der kleinen Bühne.

Bei beiden Läden hatte ich vor einiger Zeit schon beschlossen, sie häufiger zu besuchen. Hier gibt es ehrliche Konzerte zu überschaubaren Preisen zu sehen. Man ist den Musikern so nah, dass man aufpassen muss, dass die vordere Zahnreihe keinen unbeabsichtigten Kontakt mit einem Gitarrenhals macht. Eine gute Abwechslung zu all den großen Produktionen, die in diesem Blog oftmals besprochen werden.

Mit Gewalt hat das SRT-Team schon seit Jahren Berührungspunkte. Vor vielen Jahren teilte sich Mietminderung mit Ihnen einen Probenraum, 2018 sorgten sie als Support von Jack White für eine meiner Lieblingsüberschriften auf SRT, Tom besuchte diverse Konzerte von ihnen, zuletzt sogar in Athen. Natürlich sendete da die OWL-Fraktion eine Delegation ins Forum nach Bielefeld.

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Die Götter die ich rief – die Band Gewalt in Athen

Die Band heißt Gewalt und geht so“.

Der Satz von Patrick Wagner, dem Kopf, Sänger und Gitarristen der Berliner „Wutwave“ Band Gewalt war kaum zu Ende gesprochen, als er fast zeitgleich mit dem Fuß das Pedal drückte und ohne Vorwarnung schleuderte der brachiale und ohrenberstende Beat von „Guter Junge, Böser Junge“ (mit fast 6 min Intro) dem Publikum entgegen.

Gleichzeitig begann die blaue Rundumleuchte, die im Hintergrund platziert war, die Finsternis der Berghain Kantine stroboskopartig zu zerhacken.  

Ich stand mit offenem Mund da und dachte: „What the f…ck“ ist das?

Begeistert und mit 2 Singles unterm Arm, verließ ich weit nach Mitternacht und tief beeindruckt das Gebäude.

Das war im Jahr 2018. Seitdem sind die Jahre vergangen und viele Gewalt Konzerte sollten folgen.

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Mit Gewalt eröffnet. Jack White in Berlin.

Eine neue Konzerthalle in Berlin. Von außen  an eine übergroßen Dunkin’ Donut-Filiale erinnernd, von Innen mit dem Charme ein Multiplex-Kinos. Der Konzertsaal selbst  ist sehr hoch und ein Raum ohne besondere Eigenschaften. Ton und Sicht einwandfrei, das ist ja das Wichtigste. Die Sanitäranlagen sind „für hohe Gleichzeitigkeiten“ bemessen – der Laden ist schon ganz OK. Beim rausgehen musste ich am Treppen-Nadelöhr unweigerlich an einige Staus in der Columbiahalle denken…- kann ja noch werden. Deutlich mehr Charme und Atmosphäre verströmt erwartungsgemäß das liebgewonnene und etwas kleinere Tempodrom. Über die „Urban-Entainment“-Konsumvorhölle vor der Tür verliere ich an dieser Stelle kein weiteres Wort.

Als Vorband trat die Berliner Gruppe Gewalt auf – ein mutige aber auch passende Wahl. Dabei wurden im Widerschein einer blauen Rundum-Leuchte über fett-technoid anmutende Beats und schroffe Dröhngitarren Parolen wie „Das neue Gold heißt Pfand!“ und „Ihnen droht Obdachlosigkeit,…Ob-dach-los-ig-keit!“ proklamiert. Zur Einweihung einer Halle deren Geld- und Namensgeber ein multinationaler Versicherungskonzern ist, hatte das natürlich einen gewissen Charme. Für ästhetisch und und musikalisch strenge Konzepte ist ja auch der Protagonist  des Abends bekannt.

Die Mobiltelefone wurden für diesen Abend zum Zwecke der Konzentration aufs Wesentliche in grüne Filztäschlein verbannt – ein interessantes und aus meiner Sicht erfolgreiches Konzept. Vielleicht gibt es künftig ähnliche Lösungen für die Besucher, die, sobald ein etwas leiserer oder langsamerer Song kommt, immer unbedingt ihre Nachbarn lautstark volllabern müssen? Nur so ein Gedanke.

Jack White begann auch gewaltig mit einer Schrammelrock-Orgie über wüsten Beat der Ausnahmetrommlerin Carla Azar. Vor seiner selbst verordneten Konzertpause waren Whites Konzerte durch Besetzungen mit Geige und Steel–Gitarre  aufgefallen. Nun hat er sich einen vermeintlich moderneren Sound verordnet und tritt – neben der extrem kompakten Rhythmusgruppe zu seiner rechten – mit zwei Tastenmännern auf, die fetteste Synthesizern und Sample-Pads bedienen. So erhebt sich ein fetter Schweinerocksound, bei dem die Orgel manchmal die zweite Gitarre ersetzen und die erste auch mal wegdrücken statt einzurahmen. Manchen Songs seines Best-of-der-ganzen -Karriere-Programmes  tut das besser als anderen.

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