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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Von absurden Ticketpreisen, Presales, FOMO und meiner Nicht-Teilnahme an der 2024er Tour von David Gilmour

Share it fairly but don’t take a slice of my pie

Vor 35 Jahren besuchte ich mein erstes Pink Floyd Konzert. 56DM (inkl. VVK-Gebühr und Versand) kostete das Ticket damals, inflationsbereinigt sind das heutzutage gut 63€. Seither war ich auf 42 weiteren Pink Floyd Konzerten oder Konzerten von Pink Floyd Mitgliedern, flog dafür in die USA, nach London, nach Pompeji, reiste quer durch Deutschland bis in die Niederlande. Verrückt nennen sowas viele, Hobby ich und einige andere. Natürlich entstanden auch immer Kosten rund um die Konzertreisen, dafür leiste ich mir keine anderen kostspieligen Hobbys. Dazwischen besuchten wir auch sehr viele Konzerte von Kraftwerk, Lou Reed, Neil Young, The Who und diversen anderen Künstlern. Für Konzerttickets habe ich schon eine Menge Geld ausgegeben.

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Everything Counts: Depeche Mode zum Tourabschluss in Köln

Ein knappes Jahr und rund 100 Konzerte liegen zwischen unserer letzten Begegnung mit Depeche Mode in Düsseldorf. Die Memento Mori Tour startete mit einigen Arena-Konzerten auf dem nordamerikanischen Kontinent, kam dann im Sommer in die Stadien Europas, kehrte in die Arenen Nordamerikas zurück und endete nun im vierten Leg mit zahlreichen Shows in europäischen Arenen. Die Berliner SRT-Fraktion konnte Depeche Mode schon vor sechs Wochen dabei sein. Köln ist der letzte Stopp der Tour.

Drei Konzerte gibt es hier zu sehen. Wir haben von den heißbegehrten Tickets ein paar für das erste der drei Konzerte in der Lanxess-Arena ergattern können. Für die Plätze im Unterrang auf Höhe der Ego-Zunge oder auch B-Stage verlangte Eventim 160 Euro, bei Ticketmaster wurden diese Plätze dank dynamic pricing für über 300 Euro angeboten. Da hört bei mir der Spaß auf. Die 160 Euro waren noch ok – Glück gehabt. Aus den Sitzplätzen wurden übrigens mit Beginn des Intros Stehplätze. Das Publikum war durchgehend im Partymodus.

A Question Of Lust

Was hat sich geändert? Unterscheiden sich Stadion- und Arena-Shows? Sind Gore und Gahan am Ende der Tour ausgebrannt? Lohnt sich ein mehrfacher Besuch bei diesen Preisen? Die Antworten sind ganz klar:

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Air Berlin: Moon Safari in Schattenboxen

All I Need

Ursprünglich wollten wir Air in Amsterdam sehen. Die Webseite des Paradiso brach beim Vorverkaufsstart allerdings zusammen. Auch für die Rückfalloption Berlin waren die Karten in wenigen Minuten schnell vergriffen. Keine Chance. Dann bemerkten wir auf der Seite des lokalen Veranstalters, dass weitere Termine nachgeschoben wurden. So buchten wir schnell Tickets für den zweiten Tag, noch bevor dieses (Zusatz-)Konzert offiziell von Air verkündet wurde.

Air Berlin 3. März 2024 Theater des Westens

Air Konzerte sind selten. Nur etwas mehr als 400 Konzerte listet setlist.fm seit der Bandgründung 1998 auf. Wir hatten das Glück, 2017 Air zusammen mit Kraftwerk zum Auftakt der Tour de France in Düsseldorf erleben zu dürfen. Sie nutzten dabei die mächtige PA von Kraftwerk, was die inneren Organe erbeben ließ. So basslastig war es an diesem Abend im Theater des Westens dann (leider) nicht.

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Ein blinder Fleck – Depeche Mode 2024 in Berlin

Man mag es kaum glauben. 

Ein blinder Fleck.

Rückblick, 1984.

"People Are People" und "Master and Servant" erblicken das Licht der Welt
und laufen rauf und runter. Erst im Radio, dann auf Kassette.

Ein 17-jähriger, der mal nicht an das nächste Kriterium denkt und dem
harten KJS- Alltag (Training/Schule/Training oder Schule/Training/Schule)
in der knapp bemessenen Freizeit entrinnen will, tanzt sich zu diesen Songs
durch die Diskotheken und Jugendklubs der Mauerstadt.

Frankfurter Allee, Schönhauser Allee. Only to name a few.

Die Haare und die Moves (noch) nicht so cool wie die von Dave G.

Das nächste Kriterium kommt bestimmt.

Training/Wettkampf/Schönhauser Allee.

Die beiden Lieder mögen nicht Ihre besten oder gar erfolgreichsten sein.
Für mich bleiben diese beiden Songs am wichtigsten.

Verhaftet mit dieser Zeit und des sich Findens.

Wir haben uns dann aus den Augen verloren. Kamen nicht mehr so richtig
zusammen. So ist das manchmal, auch in der Musik.

Nach über 40 Jahren und weit über eintausend Konzerten schloß sich nun
erstmalig dieser Kreis.

Auch wenn sie die beiden Songs schon lange nicht mehr live spielen war es
ein Abend großer Emotionen.

Depeche Mode/Februar 2024.

Man mag es kaum glauben.

Ein blinder Fleck.

Rückblick, 1984.

People Are People” und “Master and Servant” erblicken das Licht der Welt
und laufen rauf und runter. Erst im Radio, dann auf Kassette.

Ein 17-jähriger, der mal nicht an das nächste Kriterium denkt und dem
harten KJS- Alltag (Training/Schule/Training oder Schule/Training/Schule)
in der knapp bemessenen Freizeit entrinnen will, tanzt zu diesen Songs
durch die Diskotheken und Jugendklubs der Mauerstadt.

Frankfurter Allee, Schönhauser Allee. Only to name a few.

Die Haare und die Moves (noch) nicht so cool wie die von Dave G.

Das nächste Kriterium kommt bestimmt.

Depeche Mode Berlin 2024-02-13
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Große Gefühle – großartige Stimmung – Tourauftakt von Olli Schulz in Bielefeld

Olli Schulz Bielefeld 09.02.2024

Schon im letzten Jahr gehörte Olli Schulz im Rosenhof Osnabrück zu unserem Saisonauftakt. So hielten wir es auch in diesem Jahr, wenn auch in größerem Rahmen. Im ausverkauften Lokschuppen in Bielefeld startete nicht nur der SRT-Saisonauftakt 2024, sondern auch die aktuelle Tour von Olli Schulz, zeitgleich zum Erscheinungstermin seines neuen Albums Vom Rand der Zeit. Der Rolling Stone lobt es als sein bestes Album und bezeichnet es als die feste, wärmende Umarmung eines Freundes am kältesten Tag des Jahres.

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No filler just killer – Kula Shaker in Köln

Bereits mit ihrem Debutalbum K gelang Kula Shaker Mitte der 90er Jahre der große Wurf. Die Mischung aus Britpop und Psychedelic-Rock, gewürzt mit indischen Einflüssen zündete und bracht gleiche eine Nummer 1 in den UK-Album-Charts. Das zweite Album, mit dem sie mich dann erreichten, namens Peasants, Pigs & Astronauts, durften sie auf David Gilmours Hausboot Astoria produzieren. Es kam zwar nicht an den Erfolg des Vorgängers heran, enthielt aber trotzdem eine Menge guter Songs. Trotzdem verließ Crispian Mills, der charismatische Kopf der Gruppe, 1999 die Band und gründete mit mäßigem, Erfolg eine neue Band.  Kula Shaker waren erstmal Geschichte. 2006 fanden sie wieder zueinander und tourten mehrfach durch die Welt. Es kamen auch ein paar Alben dabei heraus (u. a. K 2.0), die aber keinen großen Eindruck hinterließen. So verschwanden sie auch erstmal von meinem Radar

Nachdem Henning die Band im Laufe der Jahre bereits dreimal in Berlin gesehen hatte, war es nun auch für mich an der Zeit, Kula Shaker einmal live zu sehen, denn einen Ruf als gute Live-Band hatten sie durchgehend. Ein Sprung zurück in die 90er ist immer mal wieder schön. Zur Auswahl standen im Herbst der Heimathafen in Neukölln, das Übel & Gefährlich in Hamburg oder das Bürgerhaus Stollwerk in Köln.

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Kraftwerk im Schlossgarten Karlsruhe

Das mehrfach verschobene Kraftwerk-Konzert in Bonn schaffte es in meinem letzten Jahresrückblick auf den ersten Platz der Konzerterlebnisse 2022. Danach kann es ja nur bergab gehen, dachte ich, als Kraftwerk ein einziges Konzert in Deutschland 2023 in Karlsruhe ankündigten. Die Entfernung passte mir auch nicht, der Rest des SRT-Teams war auch abgeneigt, also verzichtete ich erstmal auf den Kauf von Tickets, die dann auch schnell ausverkauft waren.

Bei genauerer Betrachtung einige Zeit später schien das Konzert doch wieder interessant zu werden. Langsam sickerten Details durch: Die Band soll auf dem Balkon des Schlosses spielen und die rund 170 Meter breite Schlossfassade sollte als gigantische Leinwand dienen. Kraftwerk spielten zum Auftakt der Schlosslichtspiele. Als dann auch noch der SRT-Nachwuchs Interesse an einem Kraftwerk-Konzert bekundete, wurden doch noch Karten organisiert. Es sollte sich lohnen.

Das Konzert von Nick Mason’s Saucerful of Secrets auf der Loreley erlebte ich noch bei bestem Wetter. Danach war Dauerregen im deutschen Sommer angesagt. Für den Konzerttermin sollten in Karlsruhe laut Vorhersage hochsommerliche Temperaturen herrschen. Stattdessen empfing uns strömender Regen bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag. Zum Glück verzog sich dieser schnell und der Abend sollte dann auch – abgesehen von einem leichten, fünfminütigen Landregen während der Mensch Maschine –  trocken bleiben bei angenehmen Temperaturen.

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Nick Mason’s Saucerful of Secrets auf der Loreley

Die Loreley Freiluftbühne ist legendär. Die Rockpalastaufnahmen aus den 90zigern von David Bowie und Heather Nova habe ich damals rauf und runter gesehen.

Bereits 2019 spielte Nick Mason mit seinen Saucerful of Secrets beim Night oft he Prog Festival auf der Loreley. Damals gab es aber noch andere Konzerte auf dem Tourplan wie Ulm und Amsterdam, also sparten wir uns das Festival. 2023 kehrten Nick Masons’s Saucerful of Secrets zurück auf den Felsen am Rhein – diesmal sollte der Headlinerauftritt auf dem Night oft he Prog Festival der einzige Deutschlandauftritt bleiben.

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blur im Ziggo-Dome Amsterdam – Spontan zu Coffee & TV in den Park

Sehr spontan ging es zum blur-Konzert in den Ziggo Dome nach Amsterdam. Eine Woche zuvor saßen wir in der Waldbühne, warteten auf The Who und diskutierten, welche Künstler wohl 2024 auf Tour in Europa gehen und ggf. sehenswert wären. Neben The Cure kamen wir auch auf blur, die kürzlich völlig unerwartet ein neues Album für Ende Juli angekündigt hatten und in diesem Sommer auf einigen Festivals und ein paar Shows in England spielen – und eben die Show in Amsterdam.

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Pikachu im Teenage Wasteland – The Who in der Waldbühne.

Der Mittagsregenguss ist weggetrocknet, das zum Konzertbeginn angekündigte Gewitter zieht nicht mehr auf, die Sonne scheint. Die örtliche Vorband rockt amtlich und verweist auf den nächsten eigenen Gig im Prenzlauer Berg – vermutlich um die 14.000 Zuhörer weniger dann im Oktober. Der nicht ganz gefüllte Waldbühnen-Kessel zeigt sich also von seiner besten Seite. The Who betreten zum ersten Mal seit 2006 wieder eine Berliner Bühne. Im knallgelben Kaputzen-Einteiler trollt sich  Zak Starkey als verlebter Pikachu auf die Bühne und nimmt hinter einem goldenen Drumset Platz- schrill, aber wer es tragen kann und so trommelt…. Townshend und Daltrey erscheinen unaufgeregt mit Teetasse respektive Cola-Dose in der Hand. Der Klangkörper des Filmorchesters Babelsberg hebt mit der Overtüre aus Tommy an, die Gitarre dengelt, die Trommeln donnern und scheppern. Schnell ist klar: die berechtigte Skepsis, ob die in der Vergangenheit oft bemühte Kombi aus Rock + Orchester nicht überstrapaziert und außerzählt ist,  ist hier erstmal unbegründet.

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Peter Gabriel in Hamburg – neues Material statt alter Hits

Das muss man sich erst mal trauen: Peter Gabriel spielt auf seiner aktuellen Tour 50% der Setlist Titel von seinem neuen, nur teilweise veröffentlichten Album. 11 Stücke, bleibt nur noch Platz für 11 Hits aus alten Zeiten, von denen schon einmal zwei in ungewöhnlichen, reduzierten Versionen am Lagerfeuer zum Konzertbeginn abgefrühstückt werden.

Statt mit einem Knalleffekt oder einem dramatischen Soundintro startet das Konzert mit dem unspektakulären Auftritt Peter Gabriels auf der Bühne, der erstmal – auf Deutsch – ein wenig über das kommende Konzert, die Abba-Avatare und die Idee hinter der Show erzählt. Thematisch geht es ein paar Milliarden Jahre zurück, als die ersten Bausteine des Lebens durch Meteoriteneinschläge auf die Erde kamen. Die Entstehung von Leben setzt das Thema. Symbolisch lässt er das Lagerfeuer auf der Bühne entzünden. Dann braucht man Wasser. Tony Levin kommt auf die Bühne und die Beiden beginnen das erste Stück des Abends zu spielen… allerdings ein unterschiedliches, wie sich schnell herausstellt. Peter hatte vergessen, dass er bei den Shows in Deutschland mit einer deutschen Version von Here comes the Flood beginnt. Egal, der zweite Versuch klappt, gefolgt von einer akustischen Version von Growing Up mit dem Rest der Band, immer noch am Lagerfeuer.

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Depeche Mode in Düsseldorf

Depeche Mode standen seit dem wunderbaren 101 Live-Album von 1989 auf meiner Konzert-To-Do Liste. Irgendwie ergab sich nie die Gelegenheit, die Alben in den späten 90ern und frühen 2000ern holten mich nicht mehr so ab, und auf Konzertmitschnitten der Zeit kam für mich irgendwie nicht so die wahre Stimmung rüber. Erst der letzte Konzertmitschnitt aus der Waldbühne in Berlin – ein Konzert, an dessen Besuch ich damals knapp vorbeigeschrammt bin – überzeugte mich, bei der nächsten Tour mit dabei zu sein. Nach Corona und dem plötzlichen Tod von Andrew Fletcher hatte man die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber dann kam die Memento Mori – Tour in den Vorverkauf.

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