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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Australian Pink Floyd Show in Hannover: Schwein gehabt!

Als Warm-Up Programm für die anstehende Roger Waters Europa-Tour, tourt derzeit wieder die Australian Pink Floyd Show durch Europa. Um möglichst authentisch zu wirken, hat man sich wie die großen Vorbilder kürzlich mit dem Management und dem Gitarristen überworfen. Nun gibt es auch noch die British Pink Floyd Show, die zwischenzeitlich auch verkündete, die Australien Pink Floyd Show habe sich aufgelöst und touren jetzt unter dem Namen British Pink Floyd Show. Kommt einem irgendwie bekannt vor.
Die Aussi-Floyd kommen in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr kurz nach Jahresbeginn in die AWD-Hall nach Hannover. Diesmal im Gepäck: Quad-Sound, 3D-Filme und das übliche Greatest-Hits Programm, das dafür sorgt, dass die Hallen voll sind, trotz Kartenpreisen, die locker an „echten“ Pink Floyd Touren heranreichen.
So ist die Setlist auch ein wundersamer Mix aus alten DSOTM & Wall Klassikern, gewürzt mit den „Jungenderinnerungen“ der zahlungskräftigen Konzertgänger, die Pink Floyd mit den 87-89 und 94 Touren kennen und lieben gelernt haben. Dazwischen gibt es dann nochmal ein „Careful with that axe Eugene“ für die ganz alten Fans.
Dazu gibt es eine aufwändige Lightshow inklusive Laser, ein aufblasbares Schwein, eine Lehrerpuppe und ein riesiges hüpfendes rosa Känguru bei  One of these days.

Klingt erstmal nach einer brauchbaren Abendunterhaltung. Großes Lob an dieser Stelle vorweg für den Sound. Der war knackig und perfekt. Davon können andere (größere) Künstler noch lernen. Hier macht sich ein Colin Norfield bezahlt. Die Lightshow war auch gut, da hat man sich viel von der 94er Tour abgeguckt. Auch hier gilt: Da kann der ein oder andere Lichtmixer noch was von lernen.
Aber was fehlt: Ich fürchte Natürlichkeit und Wärme. Die APFS tourt eventuell  schon zu lange, und haben die ewig gleichen Best-Of Konzerte zur Routine verkommen lassen. Die Musiker sind bis auf Steve Mac und Jason Sawford fast beliebig austauschbar. Völlig deplatziert wirkt der Sänger Alex McNamara, der sich meiner Meinung nach als DSDS Kandidat besser machen würde. Stimmlich passt er irgendwie überhaupt nicht zu dem, was man bei einem Pink Floyd Konzert erwarten würde.
Unterm Strich bleibt eine sicherlich gute Abendunterhaltung, ein tolles Konzerterlebnis sieht aber immer noch anders aus. Das schaffen vermutlich nur die Originale…

2 Kommentare

  1. Servus Arne,
    mir ging es bei dem Konzert der „APF“ in Wien nicht anders. Licht und Sound sind natürlich beeindruckend, da gibt es nichts zu meckern! Aber was fehlte, das war so etwas wie Spielfreude und Originalität!

    Was bin ich aber froh, dass jetzt endlich wieder ein Original Pink Floyd Mitglied die Bühne betritt!!

  2. Arne

    1. März 2011 at 14:16

    Ach ja, kleiner Nachsatz: Hatte die 3D-Effekte gar nicht erwähnt. Kein Wunder, da gab es nix zu schwärmen. Was bei Kraftwerk großartig war, musste hier mühsam gesucht werden. Mal schwebte ein „virtuelles“ Schwein wie auf dem Grillspieß gedreht (3D funktioniert nur bei Bewegung) über das Publikum, mal breitet sich eine virtuelle Explosionswolke (Am Ende von Careful with that Axe) ganz nett über der Bühne aus. Sonst sitzt man in der zweiten Hälfte der Show dösig mit der Brille im Gesicht und fragt sich ständig, ob es nun gerade 3D zu entdecken gilt oder nicht, statt sich auf die Show oder die Lichteffekte zu konzentrieren. Ziemlich überflüssig, insbesondere weil durch die Lightshow die Filmdarstellungen und insbesonder die 3D Effekte auch stark überlagert, bzw. schwer erkennbar waren.

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