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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Alle Jahre wieder: Die Australian Pink Floyd Show

Australian Pink Floyd Show in Bielefeld 2012Alle Jahre wieder… kommen die Aussi Floyd in eine Mehrzweckhalle in Deiner Nähe. Diesmal waren Sie mit Ihrer Exposed in the Light-Tour nach ein paar Jahren Pause wieder in der Stadthalle Bielefeld (huch, jetzt plötzlich mit gewaltigem neuem Anbau) zu sehen. Da es um die Ecke lag, schaute ich zusammen mit dem treuen Sigge-Rocktours-Kunden Oliver wieder einmal vorbei. Wie befürchtet war die Setlist nur marginal verändert gegenüber den Vorjahren.

Zum Glück verzichtet man diesmal auf das lächerliche 3D-Spektakel das wir uns im Vorjahr in Hannover angesehen haben. Diesmal beschränkte man sich darauf die PULSE-DVD optisch zu kopieren. Lightshow und Filme lehnten sich klar an die 94 Tour an. Die Filme sind – im Gegensatz zu früher – überwiegend keine CGI-Filme mehr sondern im Stil der 94 Tour nachgedrehte Realfilme. Hier wird versucht die Originalfilme 1:1 nachzustellen. Man schwankt zwischen „nett gemacht“ und „irgendwie einfallslos aber aufwändig kopiert“.

Der Opener In The Flesh, der übrigens erwartungsgemäß jedem, der Roger Waters The Wall Tour live gesehen hat, nur ein müdes Gähnen entlockt, ist mit einem Animationsfilm versehen. Hier prasseln Piktogramme, Pop-Art-mäßig stilisierte Szenen aus Pulp Fiction, ein Osama bin Laden und vieles mehr auf den Zuschauer ein. Nett gemacht, aber ein Sean Evans kann einfach mehr.

Nach ITF folgt eine relativ überflüssige Version von Take it Back. Ganz grausig hier die Performance des Sängers  Alex McNamara. Mit Solosängern hat man in dieser Band kein glückliches Händchen. Schon sein Vorgänger konnte letztes Jahr in Hannover nicht überzeugen. Gitarrist  David Domminney Fowler  und Bassist Colin Wilson liefen hingegen ganz passable Gesangsleistungen ab. Warum man jemanden wie Alex McNamara zusätzlich beschäftigt bleibt schleierhaft.

Die Version von Sorrow überzeugt hingegen wieder. Hier glänzt Steve Mac an der Gitarre und über ihm zucken eindrucksvoll die Laser.

Bei Set the Controls for the Heart of the Sun fällt gleich eine uninspirierte Lightshow auf… klar, ist ja af der PULSE DVD auch nicht drauf.

What Do You Want from Me gefällt in einer lässigen Version. Bei High Hopes (auch ganz passabel dargeboten) fällt aber wieder deutlich auf, dass Steve Mac an der Lap Steel noch meilenweit von einem David Gilmour entfernt ist.

Sheep und später The Fletcher Memorial Home bilden zusammen mit In the Flesh und STCFTHOTS die einzigen Ausreißer aus der 94er Tour Reproduktion. Aber auch diese Versionen sind stark an die neueren Waters Touren angelehnt. Eigentlich schade, dass man sich hier so an die „sicherere Seite“ hält. Bands wie The Machine bieten hier mehr Abwechslung. Lediglich bei Astronomy Domine versuchte man sich -allerdings etwas lieblos – an die Ummagumma Version anzunähern.

Zusammen mit Sorrow stellte die solide One Of These Days Version (mit rosa Riesenkänguru) sicherlich den Höhepunkt des Abends dar.   Comfortably Numb und Run Like Hell hat man sich inzwischen satt gehört. Run Like Hell sollte nach der Wall Tour eh nur noch Roger Waters höchstselbst aufführen.

Einen positiven Eindruck hinterließ der Sound. Der war bestens und deutlich über dem Niveau so manch anderer „Profi“-Bands. Hier nähert man sich definitiv Floyd Standards, was wohl Colin Norfield zu verdanken ist.

Alle Jahre wieder… kommen die Aussi Floyd in eine Mehrzweckhalle in der Nähe. Jedes Mal ist es wie bei einem McDonald’s Besuch: Erst fühlt man sich magisch angezogen und denkt. „Ach, könnte auch mal wieder schön sein„, in der Bestellschlange dann erste Zweifel und beim Essen fragt man sich schon „Was mache ich hier überhaupt?“ Hinterher denkt man „Naja, wenigstens die Pommes waren ja wieder ganz ok, aber das brauche ich jetzt auch erst mal nicht so schnell wieder

4 Kommentare

  1. Nur der Vollständigkeit halber: Alex McNamara hat bereits auf der letzten Tour gesungen. Wir haben uns also in Hannover schon über die selbe Person aufgeregt.
    Ich persönlich würde STCFTHOTS noch zu den Höhepunkten zählen, das dieses Mal -wenn auch gekürzt- eher an die Ummagumma- Version angelehnt war als an die Waters’sche. Nur das Klarinettensolo wurde beibehalten.

    • Arne-Christian Sigge

      20. April 2012 at 14:28

      Aha, hätte mich auch gewundert, wenn man eine schlechten Sänger durch einen miesen ersetzt. 😉 Dann ist aber die Info auf aussiefloyd.com veraltet wo steht „Vocalist and percussionist Alex McNamara joins TAPFS this year, having already appeared in the West End’s biggest Rock musical, …“ 😉

  2. Weiß ja nicht welche Gruppe ihr da gesehen habt, egal, die „Großen PF Experten seid ihr weiß Gott nicht.
    Hört euch die Aussiefloyd mal richtig an und redet dann weiter. Ich habe die originalen Pink Floyd 7x live gesehen.
    Habe die Australien Pink Floyd bereits 8x gesehen und, komme zu dem Schluß: Ganz nah am Original.
    Muß ja was dran sein wenn selbst David Gilmour einige Konzerte von ihnen besuchte und sie zu seinem 50igsten Geburtstag einlud, wo sie dann auch spielten.
    So könnte ich jetzt noch auf ausverkaufte Konzerte in Deutschland, USA und UK hinweisen. Ich selbst war ende Oktober 2017 im ausverkauften London Apollo Hammersmith bei einer weiteren GIGANTISCHEN Show.
    Servus

    • Arne-Christian Sigge

      2. Dezember 2017 at 16:07

      „Ganz nah“ ist eben oftmals auch vorbei. Wie alt ist Herr Gilmour doch gleich? Genau, sein 50. ist eine ganze Weile her. Seitdem haben sich die APFS und auch deren Businessmodell gewaltig verändert. Ich habe die APFS auch diverse Male live gesehen, hatte auch oft viel Spaß dabei. Zum Schluss (und das Konzert in BI gehörte zu meinen letzten Konzerten), konnte ich mit dem Konzept Coverband eben nix mehr anfangen. Irgendwann hat man auch den besten Witz oft genug gehört und die perfekteste Coverband ist eben auch nur eine Coverband. Wenn man merkt, dass es nur noch ein Geschäftsmodell mit stets wiedergekautem Content geworden ist, und nix mehr mit dem zu tun hat, wofür man die Band 10-15 Jahre zuvor mal toll fand, dann ist es an der Zeit, sein Geld lieber für Tickets anderer Bands auszugeben.

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