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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Roger Waters The Wall in Hamburg

Roger Waters Hey You 10.06.2011 in Hamburg

Nach einigen Wochen Pause, in denen wir uns u.a. auch mit der Technik der Wall Tour auseinandergestezt haben, machte sich Sigge-Rocktours wieder zu einem The Wall Konzert auf. Diesmal ging es nach Hamburg, in die O2 World, die bei unserem letzten Besuch zu Roger Waters Hamburg Colour-Line Arena, 19.04.2007 noch „Color Line Arena“ hieß.

Durch das Pfingstwochenende bedingt mussten wir auf der Hinfahrt auch nicht allzuviele schlechte Songs im Radio hören. Der Großteil des Programms wurde von Staumeldungen rund um Hamburg bestimmt.

Oliver, Henning, Thomas und ArneTrotzdem erreichte die Sigge-Rocktours Stammbesatzung die Halle pünktlich aus verschiedenen Richtungen (Herford, Berlin und Höxter).

Nach den Tribühnenplätze auf der rechten Seite in Arnheim saßen wir diesmal im Innenraum, genau mittig zur Bühne  in der sechsten Reihe des zweiten Blocks, was in etwa dem ersten Drittel der Halle entsprach. Diese Plätze waren hervorragend. Da genau die Plätze vor uns leer blieben, war die Sicht frei. In den Reihen vor uns liefen saßen einige Leute mit „Gäste“-Aufkleber. Vermutlich waren vor uns vorsorglich reservierte Gästeplätze, die dann doch nicht benötigt wurden, denn ansonsten war das Konzert ausverkauft.

Von dieser Sitzposition aus wirken die Surround-Effekte hervorragend. Meine Sitznachbarin duckte sich zu meiner Belustigung beim Angriff des StuKa-Bombers in der In The Flesh-Eröffnungsnummer erschrocken zur Seite. Der Pyro Einsatz bei diesem Stück ist wirklich gewaltig. Während der ersten Hälfte der Show riecht es im Innenraum wie in einer Kreuzberger Sylvesternacht.

Mit jeder Show die man sieht, bekommt man andere Eindrücke, entdeckt neue Details, und erlebt die Show aus einem anderen Blickwinkel.

Zu den meiner Meinung nach beeindruckendsten und ergreifendsten, durch neue Animationen und Filmsequenzen umgesetzten Songs, gehört Bring The Boys Back Home. Die realen Bilder von Kindern, die ihre aus dem Kriegseinsatz (unverhofft?) heimkehrenden Väter in den Arm schließen stehen für sich und haben eine gewaltige Aussagekraft. Hier braucht man keine 3D Animationen, hier reicht in Blick in die Realität um die Botschaft von Bring The Boys Back Home umwerfend zu visualisieren

Bring The Boys Back Home

Es ist schön zu sehen, dass die Show immer noch weiter verfeinert wird, obwohl sie bereits über 90 mal gespielt wurde.

Bei den Hamburger Shows erlebten wir eine verlängerte Variante von Another Brick in The Wall, Part II. Hier gibt es seit ein paar Konzerten ca. 45 Sekunden neue Musik. Offensichtlich dient dies dazu, die Animation des einfahrenden U-Bahnzugs besser zur Geltung kommen zu lassen und eine deutlichere Trennung vom Auftritt der Kinder und der Lehrerpuppe zu erreichen. Nachdem der Zug anhält, hört und sieht man Schüsse in einem der U-Bahnwagen. Auf Mr. Screen wird dazu die „Fallen Loved Ones“-Kartekarte von Jean Charles de Menezes eingeblendet, einem fälschlicherweise Terrorverdächtigen, der 2005 von Londoner Polizisten in der U-Bahn erschossen wurde, da sie ihn für einen Bombenattentäter hielten.

Nach dieser Sequenz folgt bekanntlich ein kleiner Break in der Show, in dem Roger zum Publikum spricht und den Song Mother einleitet. Normalerweise ein Grund zu tosendem Applaus, den unmittelbar zuvor wurde ja „der Hit“ Another Brick in The Wall mit Kindern eines lokalen Schulchors auf der Bühne gespielt. Nach dieser verlängerten, und dadurch umso bedrückender wirkenden Zwischensequenz wagt allerdings kaum jemand spontan zu applaudieren. Der Applaus setzt daher merkwürdig zögerlich ein. Ich bin sicher, diese Stelle der Show wird sich im Laufe der nächsten Konzerte noch weiter verändern.

Ein weiteres, neues (?), kleineres Detail bemerkten wir während des Konfettiregens zu Outside The Wall. Es sind nicht einfache Papierschnipsel, die da auf die Zuschauer herunterregnen. Inzwischen haben die Schnipsel die Form der Symbole, die die B52 Bomber während der Animationen zu Goodbye Blue Sky abwerfen.

Der erste Abend endet nach entspannter Fahrt über düstere Landstraßen etwas ungeplant kurz nach ein Uhr mit einem Konzert der Remmi Demmi Band auf dem Matjes-Fest in Zeven und einer Pina Colada.

Details vom zweiten Abend folgen in Kürze.

7 Kommentare

  1. Hallo,
    bin auch aus dem Raum Höxter und auch am 10.06.2011 in Hamburg gewesen. Block I6, Reihe 9. Müsste in Eurer Nähe gewesen sein.
    Kann mich der Meinung nur anschließen: Super Dolby-Surround-Sound.

  2. „…Details vom zweiten Abend folgen in Kürze….“

    Kommt noch etwas?

  3. Zwar als bekennender Floyd Fan, fehlt mir manchmal doch das Verstehen einiger Dinge. Deshalb ist der Kommentar sehr hilfreich, manches zu verstehen oder einordnen zu können.
    Z.B. Einblendungen von Personen (Bombenattentäter) kann ich nur verstehen, wenn ich es z.B. hier lese.
    Frage:
    Gibt es eien „Kommentar“ zu The Wall, also Hintergründe, Erläuterungen,…
    damit einer wie ich das auch alles verstehen kann?

    • Hallo redcap,

      als erster Einstieg sicher hilfreich wikipedia:

      http://de.wikipedia.org/wiki/The_Wall

      Als absolutes Top-Buch: Comfortably Numb – A History of The Wall by Vernon Fitch (http://www.pfapublishing.com/CNBpromo.htm)

      Es gab auch noch ein ganz gutes Buch von Karl Dallas, evtl. einfacher zu bekommen: http://amzn.to/r7uPmx

      Bezieht sich natürlich alle auf die „alte“ Tour. Zur aktuellen Tour gibt es meine ich keine „Song by Song“ Dokumentation.

      • Danke Arne für die Antwort, ich werde mir die Links mal ansehen.
        Ich muss wirklich sagen, dass The Wall schon immer zu meinen besten Scheiben gehörte, dass Roger Waters aber mit dieser Vorstellung mich überwältigt hat. Eine bessere Videoprojektion kann man sich ja kaum vorstellen. Eine tolle Weiterentwicklung eines Oldies.
        The Wall ist mir seither (2. Vorstellung in Hamburg) ständig im Ohr.

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