15 Jahre Sigge-Rocktours gilt es in diesem Jahr zu feiern. Wo genau der Beginn der Sigge-Rocktours Geschichte festgemacht wird ist – wie bei vielen Bandgründungen auch – eine unter Experten strittige Angelegenheit. Soll man den ersten Besuch von Tom in Bielefeld zum Snowy White Konzert im Elfenbein schon dazu zählen? Nein, wir entschieden uns für die erste große gemeinsame Fahrt im Jahr 1999. Roger Waters hatte unverhofft ein paar Konzerte in den USA angekündigt. Eine einmalige (so dachten wir damals) Chance, den Waters nochmals live zu erleben. Da mussten wir dabei sein. So reisten wir an die Ostküste der USA, fuhren zahlreiche U-Turns mit unserem Mietwagen, sahen grandiose Konzerte und legten den Grundstein für die ersten 15 Jahre Sigge-Rocktours. Seither also besuchen Arne, Tom, Henning hier und dort Konzerte. Oft mit weiteren Freunden und Musikbegeisterten.

15 Jahre / 15 Fragen

1. Welches war das schönste/beste gemeinsame Konzert?

RW_070899

Arne:
Das Jones Beach-Konzert immer noch ganz oben, der Ort war einfach klasse, die Tour, der Tag am Strand, der Blick auf NYC… großer Moment bei „…and a doctor in Manhattan…“

Henning:
Kraftwerk. 2013. Düsseldorf. Der Katalog.

Thomas:
10.03.2006, David Gilmour, Konzerthaus Dortmund. Was wir alle nur erhofft hatten, trat ein: ECHOES live und in voller Länger, Tour Auftakt, unvergessenes Konzert;

2. Was hat dich beeindruckt?

DG2002_TicketA:
Wie David Gilmour in der RFH 2002 zeigt, dass es ganz anders geht und trotzdem umwerfend ist…

H:
Die Momente wo, man nach all den Jahren „Routine“ noch von einem Song oder einer Geste überrascht wird – „Echoes“, „Wots..Uh The Deal“, Ricks Gastauftritt 2002 in London…

T:
Wir flogen 1999 ohne Tickets in den Händen in die USA und hofften unsere Bestellung per Internet (Achtung : zu Zeiten wo 56K Modems die Regel waren und Internet 1.0. so langsam an Fahrt aufnahm) am Counter auch abholen zu können. Arne in Holmdel, 06.08.1999: „Hello, were are from Germany, my name is Arne Sigge and here is my Order of 3 Roger Waters Tickets tonight and my passport“ – Booker: „Here are your tickets“ . Ganz großes Kino!;

3. Was war der skurillste Moment?

A:
Das Treffen mit Snowy White im April 99 nach einem seiner Konzerte, bei dem er auf die Frage nach seiner Beteiligung an der 99er Waters -Tour lachte und sagte, „Oh man, Roger is going on Tour, he must be really bored“. Falls er es wirklich nicht wusste, habe ich ihm da seinen Arbeitgeber für die nächsten 15 Jahre verraten.

H:
Das verschwundene und dann wiederaufgetauchte Ticket in Hamburg, 2006. Verlieren wir kein Wort mehr darüber.

T:
„Monsieur, Monsieur“ – der Security Typ, der mir in Paris beim David Gilmour Konzert am 24.02. 2002 die Digi Cam abnahm und bei Shine on you crazy Diamond (Acoustic Intro, leiser „Stecknadelmoment“ ) wie ein „Berseker“ in meine Reihe gerannt kam. Alle klar, oder?


4. Welchen Konzertort würdest du unbedingt nochmal besuchen wollen?

A:
Jones Beach Arena, Long Island, New Jersey

H:
Altes Heizkraftwerk Wolfsburg und das Gaskraftwerk in Poznan fand ich stark. Ansonsten immer wieder gerne in Tempodrom!

T:
Jones Beach Arena, Long Island, New Jersey

5. Was sind deine Wünsche für die nächsten 15 Jahre SRT?

A:
Weitere unerwartete Momente und Konzepte wie The Wall zu überarbeiten und 30 Jahre später die Tour zu machen, die damals nicht möglich war oder auch das Katalog-Konzept im Museum, kurz gesagt: einfach zu sehen, dass unserer (alten) Helden auch heute noch in der Lage sind, die Messlatte ein weniger höher zu legen ;-)

H:
Gerne Roger Waters nochmal in kleinerem Rahmen und mit neuem Material, ansonsten einfach viele abwechlungsreiche, überraschende und bewegende Gigs in allen Größenordnungen

T:
• Red Rocks Amphitheatre in Colorado,
• Third Man Records in Nashville, TN
• „Große Werkschau“ 30 Jahre SRT mit Themenabend, Ausstellung und Livemusik „Their Mortal Remains“
• Tolle Konzerte und den damit verbunden Kurztrips rund um den Globus

6. Was ist die beste Comfortably Numb-Version gewesen, die du live erlebt hast?

A:
Gilmour, München 2006

H:
David Kilminster in der O2 Arena, Berlin….nur ein Spaß: Gilmour, München 2006

T:
David Gilmour, Royal Albert Hall, 31.05.2006 mit Nick Mason

7. Beste Coverversion

A:
A Day in The Life – Jeff Beck, Royal Festival Hall, 2002

H:
A Day in The Life – Neil Young, Zitadelle Spandau, 2008

T:
Rich Kid Blues – The Raconteurs, Huxleys, 2008

11. Beste Zugabe

A:
Black Dog, Page & Plant, 2. Dezember 1998, weil unerwartet und ungeplant

H:
Carolina Drama, The Raconteurs, 2008, Jack White singt nach sensationellem Gig die letzten Zeilen ohne Mikro ins muxmäuschenstille Huxleys

T:
David Bowie singt DEN Pink Floyd Song Arnold Layne am 29.05.2006 beim David Gilmour Konzert in London, Royal Albert Hall. Fantastischer Moment. Wer, wenn nicht ER!

9. Bestes Poster?

Poster

A:
Kraftwerk, 3D-Konzert Kunstsammlung NRW

H:
Kraftwerk, „Zusatzkonzert“, Tempodrom, Berlin 2004

T:
Dortmund, 10.03. 2006, David Gilmour

 

10. Lieblings Ticket-Stub?

A:
Waters 1999, Jones Beach .

H:
Radiohead, Wuhlheide Berlin, 2008 – endlich mal wieder ein richtiges Ticket und dann auch noch ÖPNV tauglich…

T:
Jones Beach, Long Island, NJ, 07.08.1999, unser 2. Roger Waters Konzert und einer der schönsten Konzertveranstaltungssgorte, mit Blick auf den Atlantik

11. Bester Support

A:
The Black Crowes, Neil Young 2001

H:
Brokeback 2013 im Comet, (Hauptact garnicht erst angeschaut)

T:
Savages, Support Portishead 2013

12. Beste Eröffnungnummer:

A:
In The Flesh? in der Wall-Tour-Version

H:
I am the Man, Thomas – Bob Dylan, Arena, Berlin, 2001

T:
Blue Orchid – The White Stripes, Columbiahalle, 2005

13. Charmantestes Missgeschick auf der Bühne:

A:
Lou Reed zerlegt die PA in der Columbiahalle, 2000

H:
Rick Wright zerlegt Breakthrough bei seinem Gastauftritt beim David Gilmour in der Royal Festival Hall 2002. Der beordert Saxophonist Dick Parry für die Wiederholung auf die Bühne zurück: „We treat this as a rehearsal..“

T:
Wot’s…Uh The DealHamburg 2006 – David Gilmour vergisst vor seinem großen Solo die LapSteel Gitarre einzuschalten (und muss unter dem Schmunzeln seiner Band nochmal zur Pedalbatterie zurück latschen bevor es weitergehen kann).

14. Schlimmstes Ohrenklingeln:

A:
John Paul Jones, Batschkapp,

H:
John Paul Jones, Batschkapp,

T:
Mogwai, Alexandra Palace, ATP-Festival, 2012

15. Bester Slogan

A: „Dann machen wir eben noch ’nen U-Turn…“

H:
„Ich folge der Spur der abgerissenen Poster…“

T:
„The Show starts promptly!“