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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

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Depeche Mode in Düsseldorf

Depeche Mode standen seit dem wunderbaren 101 Live-Album von 1989 auf meiner Konzert-To-Do Liste. Irgendwie ergab sich nie die Gelegenheit, die Alben in den späten 90ern und frühen 2000ern holten mich nicht mehr so ab, und auf Konzertmitschnitten der Zeit kam für mich irgendwie nicht so die wahre Stimmung rüber. Erst der letzte Konzertmitschnitt aus der Waldbühne in Berlin – ein Konzert, an dessen Besuch ich damals knapp vorbeigeschrammt bin – überzeugte mich, bei der nächsten Tour mit dabei zu sein. Nach Corona und dem plötzlichen Tod von Andrew Fletcher hatte man die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber dann kam die Memento Mori – Tour in den Vorverkauf.

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Die Laser-Toblerone unter’m Mercedes-Stern

Dies ist keine Übung: Roger Waters ist in der Stadt und bespielt zum wiederholten mal die  uncharmante Mehrzwecke-Halle an der Warschauer Brücke, von deren Dach inzwischen ein kaum zu übersehender Mercedes-Stern prangt. Fast hat man den Eindruck, der gehöre dort als ironischer Kommentar hin, wenn Waters im Ledermantel zu seiner berühmt-berüchtigten Faschistenparodie aus dem letzten The Wall-Viertel ansetzt.

Auto-Stern und Hammer-Kreuz.

Klammert man Waters’ fragwürdige Engagements und seine verstrahlten Interviews einmal aus: Künstlerisch bietet er eine kraftvolle und gewohnt bildgewaltige Show mit einem satten Anteil an Pink Floyd Klassikern aus den – nach allgemeiner Auffassung – besten Jahren der Band. Insbesondere die zweite Seite von Wish You Were Here macht uns Freude, mit einem reduzierten Titelsong und dem drängenden Shine On You Crazy Diamond – Teil 6, bei dem Jon Carin an der Slide-Gitarre die Kohlen sicher aus dem Feuer holt.

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Roger Waters: This Is Not A Drill in Köln

Sheep

Mit knapp 80 Jahren tourt Roger Waters weiterhin um die Welt, hat immer noch Spaß daran und setzt weiterhin Maßstäbe. Seine aktuelle This is not a Drill Tour ist wieder ein gigantisches, multimediales Spektakel für Augen und Ohren. Nach der spektakulären, über den Zuschauern schwebenden Battersea-Powerstation, spielt die Band diesmal unter einem gigantischen TV-Screen in Kruzifix-Form in der Mitte der Halle. Natürlich gab es auch wieder fliegendes Getier. Die Animationen, die Sean Evans seit der The Wall Tour immer weiterentwickelt, laufen so perfekt synchron zur Musik, wie man es sonst nur von Kraftwerk kennt, oder eben von der The Wall bzw. Us & Them Tour. Bei Kraftwerk sorgt der vierte Roboter Falk Grieffenhagen auf der Bühne manuell für die Synchronisation, bei Waters sind es aufwändige Klicktracks und Midi-Queues. Der Sound ist bei uns im Oberrang in den Höhen manchmal etwas matschig, die Tiefen sind fett und laut. Weiter unten in der Arena dürfte der Sound demnach perfekt gewesen sein, was auch aus verschiedensten Berichten zu entnehmen ist.

Die Show ist keine familienfreundliche Best-of-Show, die den Künstler feiert. Sie ist politisch, die Aussagen deutlich und unmissverständlich.

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Ein Kommentar zum Thema Roger Waters

Von scheinheiligen Politikern, schlechtem Journalismus und einem alten Sturkopf

Message von Roger Waters vor dem Konzert in Köln
Message von Roger Waters vor dem Konzert in Köln

Cancel Culture oder Trennung von Werk und Künstler?

Als Fan von Roger Waters hat man es nicht leicht aktuell. Er sei ein Antisemit, weil BDS-Befürworter, seine Konzerte gehören verboten, heißt es seitens der Lokalpolitik, vor den Konzerten sind Demonstrationen angesagt. Dazu komische Äußerungen zu Putin und der Ukraine, die dann David Gilmours Frau dazu veranlasst auf Twitter kindisch gegen den alten Rivalen zu keifen. Und dann noch der Waters-Keyboarder, der früher mit Gilmour und Pink Floyd spielte, irgendwas aus dem Gilmour-Lager aber zwischenzeitlich nicht verkraftet hat und sich seither auf Facebook um Kopf und Kragen bzw. seine Würde schreibt. Man muss sich zeitweise schämen für seine Helden. Darf man da noch Konzertkarten kaufen?

Zum Glück sind wir da nicht allein. Olli und Jan hadern mit Morrissey, Eric Clapton wurde zum Corona-Leugner, die Liste ließe sich lange fortsetzen, bis hin zur Frage, ob man noch über alte Woody Allen Filme lachen darf. Die Cancel Culture greift teilweise rabiat um sich, misst manchmal mit heutigen Maßstäben das Verhalten von Menschen in den 70ern. Sind gute Songs von damals heute plötzlich schlecht, weil der inzwischen gealterte Schöpfer heute etwas Dummes sagt, oder sich damals anders verhalten hat, als man es heute tun würde?

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Englische Wochen zum Saisonauftakt

Englische Wochen zum Saisonauftakt bei SRT: Drei Konzerte in acht Tagen, ganz ungewohnt für uns: Alles deutschsprachige Künstler, alle in unserem Alter und kein Ticket teurer als 35 Euro. Im letzten Jahr wurde gerade bei kleineren Konzerten oft über halbleere Clubs geklagt. Unsere kleine Stichprobe 2023 zeigt ein anderes Bild: alles ausverkauft, Stimmung super. Doch der Reihe nach:

Rainald Grebe & Band im Jovel Club Münster

Rainald Grebe haben wir schon in den unterschiedlichsten Konstellationen gesehen: Mit Orchester, Solo, mit Fortuna Ehrenfeld und eben mit (kleiner) Band, die nach dem plötzlichen Tod des Schlagzeugers Martin Bauer im Jahr 2021 nicht mehr unter dem Namen „Kapelle der Versöhnung“ firmiert. Die Band-Variante gefällt mir dabei am besten, knapp gefolgt von der Kooperation mit Fortuna Ehrenfeld. In dieser Konstellation blüht Rainald nochmals richtig auf, die Songs wirken knackiger, das Programm straffer.

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Arnes Konzertrückblick 2022

Im Jahr 2022wurde vieles nachgeholt, was in den beiden vorhergehenden Jahren ausfallen musste. Dazu kamen in meinem Fall einige spontane Konzertbesuche, die ein wenig von einer FOMO-Mentalität getrieben waren.

Last Chance to See

Rückblickend erscheint meine Konzertliste 2022 streckenweise wie eine „Last-Chance-to-See“-Liste.

  • Bob Dylan (81)
  • Mick Jagger (79), Keith Richards (78) und Ronny Wood (75)
  • Nick Mason (78),
  • Ralf Hütter (75)
  • Robert Plant (73)
  • Phil Collins (71)

Für 2023 stehen mit Roger Waters (79), Pete Townshend (77), Roger Daltry (78) und Peter Gabriel (72) auch wieder einige aus der „alten Garde“ auf dem Plan.

Einige der Künstler spielen die Last-Chance-Karte ganz offensichtlich. Genesis betitelten Ihre Tour „The Last Domino?“, Roger Waters nennt seine Europatour 2023 „The first Farewell-Tour”. Alle lassen sich dabei ein Hintertürchen offen, kassieren bei den Ticketpreisen aber trotzdem kräftig ab.

Es fällt mir durchaus schwer, eine Top-5 Reihenfolge zu bilden, große und kleine Produktionen fair zu vergleichen, keine Quotenfrau, –Indieband oder ein Clubkonzert nach vorne zu schieben. Bei den alten Hasen und ihren großen Produktionen muss man einfach sagen: Die Konzerte sind besser und professioneller als sie es je in den 60er, 70er, 80er oder 90er Jahren waren. Hier eine wirklich schlechte Show zu erwischen ist schon eine Seltenheit, was damals häufig vorkam.

Was sagte Nick Masons doch so schön im Podcast The Rockonteuers: „You know what they say about the 10.000 hours of experience: You’re getting good at something!”

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Das Geschäftsjahr 2022

Fünf tolle Konzerte:

Robert Plant & Alison Krauss, Zitadelle Spandau, bei Berlin

37 Grad in Berlin. Migränewetter. Vor 14 Jahren hatte ich das Konzert zur Jahrhundertplatte “Raising Sand” aufgrund einer unauflösbaren Terminkollision (*) ziehen lassen müssen. Auch dieses Mal alles nicht ganz einfach – Urlaub vom Urlaub war das Motto des Abends für mich.

Die Zitadelle ist rappelvoll, erster Eindruck: Überraschend viel junges (ok: mittelaltes) Volk in der Burg. Kein krasser Überhang an “USA Tour ’77”-Shirts von H&M. Ich hatte den Eindruck, dass Robert Plant es mit dieser Premium-Kollaboration erfolgreich schafft, dem übergroßen Schatten des Luftschiffes zu enteilen und eine heterogenes Publikum erreicht. (Ein Dame in der Reihe vor mir googelt während des Konzertes tatsächlich “led zepplin [sic] singer” – Treffer!)

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Toms Konzertrückblick 2022

Nach Jahren der Entbehrung, die wir nicht in engen Clubs, kleinen Sälen, mittelgroßen Konzerträumen und lieblosen Funktionshallen verbringen konnten, hat das Konzertgeschehen in diesem Jahr wieder mächtig an Fahrt aufgenommen.

Nicht alles ist „so wie früher“ und für viele Künstler sind es harte Zeiten um Ihre Kunst dem Publikum präsentieren zu können. Insbesondere für die, die bei keinem Major einen lukrativen Deal haben.

Brexit, Corona, Kostenexplosionen in allen Bereichen, verändertes und zurückhaltendes Käuferverhalten, Fachkräftemangel, Monopolisierung des Marktes….um nur einige Problem zu benennen die den Konzertmarkt und somit die Künstler hart treffen.

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22-11-22: The Cure in Köln

The Cure Cologne 22-11-22

Boys cry for tickets

The Cure standen für 2022 gar nicht auf unserer To-Do-Liste, doch dann postete Werner einen Link zu einem Youtube-Video von einem neuen Song, der mir auf Anhieb gefiel. Am Tag des Berliner Konzertes rauschten dann Bilder vom Konzert in verschiedenen WhatsApp-Gruppen rein. Verdammt, irgendwie kam das Gefühl auf, etwas verpasst zu haben. Die großartige Überschrift „Oma ist zurück, und sie will Blut statt Regen“ der Rolling-Stone-Kritik des Berliner Konzerts gab mir den Rest. Tickets mussten her für eins der nächsten Konzerte. Ein schneller Rundumblick auf die kommenden Tourdaten brachte auch schnell Ernüchterung: praktisch keine Karten mehr zu bekommen. Das Sportpalais in Antwerpen wäre eine Reise wert gewesen, Tickets waren aber nicht mehr zu bekommen. Manchmal lohnt es sich, über den Tellerrand hinaus zu blicken. In der VIP-Sektion ergatterten wir noch zwei Tickets in einer Event-Loge, inklusive Buffet und Getränken. Mal eine ganz neue Erfahrung.

The Cure Cologne 22-11-22
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Gewalt bis Golden Hair: Synästhesie VII in Berlin.

Eindrücke vom siebten Synästhesie-Festival in der Berliner Kulturbrauerei:

Freitag, es ist echt richtig kalt geworden.

Los geht es mit Gewalt im Kesselhaus. Fette Beats und Gitarrenkrach aus abgerockten Groß-Verstärkern. Dazu Parolen, Bezichtigungen, An- und Vorwürfe, Gedanken- und Gesprächsfetzen ins Mikro gebellt, Stroboskoplicht. Erfordert “maximale Beweglichkeit im Kopf und in der Hüfte”.  Die neue Bassistin macht ihre Sache gut und ext zwischendrin drei Beck’s ohne Abzusetzen.

Hoch ins Maschinenhaus, Suns of Thyme mit druckvollem und melodiösen Set zwischen Shoegaze und Kula Shaker. Schiebt und schwingt. Guter Drummer und schöne Ölbilder über die Tageslichtprojektoren! Entdeckung des Abends.

Zurück im Kesselhaus. Tricky ist nach 30 Jahren nun auch bei der E-Zigarette angekommen:

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Das letzte Kommando: Fortuna Ehrenfeld im Lagerhaus Osnabrück

Ende Mai sahen wir Fortuna Ehrenfeld bereits zusammen mit Rainald Grebe in Osnabrück. Der Rosenhof war damals erbärmlich leer, reingepasst hätten locker die doppelte bis dreifache Menge an Zuschauern. Fortuna Ehrenfeld hinterließen an diesem Abend nicht nur einen guten Eindruck, sondern auch einen Hinweis auf das Konzert im November. Also orderten wir Tickets. Was kann man für 25,- Euro schon groß falsch machen?

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Heather Nova akustisch in Osnabrück

Heather Nova Osnabrück

Manchmal erweisen sich Spontankäufe als Glücksgriff. Die Pearl-Acoustic-Tour von Heather Nova, die uns musikalisch schon seit den 90er Jahren begleitet, hatte ich in den letzten Jahren immer im Auge. Mehrfach musste die Tour verschoben werden, zuletzt fielen Konzerte wegen Erkrankung von Heather aus. Am Vorabend entschloss ich mich dann zum Spontankauf, den ich nicht bereuen sollte. Heather gastierte im Rosenhof Osnabrück, ein kleiner Club, den wir im Frühjahr schon einmal besucht hatten, um dort Rainald Grebe und Fortuna Ehrenfeld zu sehen.

Bestuhlt bei freier Platzwahl stand auf der Karte. Eine halbe Stunde vor Einlassbeginn sicherte ich mir die Poleposition und ergatterte so den Platz in der ersten Reihe direkt vor Heather.

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