Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Autor: Henning Sigge (Seite 3 von 5)

Walking into Everywhere. Page & Plant 1998 auf Tournee in Deutschland.

Page&Plant 1998Vor 15 Jahren besuchten Arne und ich drei Konzerte der Page & Plant-Tournee „Walking into Everywhere“: Den verregneten Festival-Auftritt als Headliner beim „Bizarre“ auf dem Butzweiler Hof in Köln (im Line-Up außerdem Portishead, The Cure, Iggy Pop u.a.) sowie die beiden finalen Konzerte der Welttournee in Oberhausen und in der Frankfurter Festhalle. Es sollten auch die letzten Auftritte des Page & Plant-Projektes sein.
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Der Herbst ist da! The National in der Berliner Max-Schmeling-Halle.

The National BerlinDas nasse Laub pappt auf den Gehwegen, die Musik wird (noch) melancholischer: Der Herbst ist da und The National schau‘n in Berlin vorbei. Wiederkehrend wie die Jahreszeiten ist die ewig gleiche Erzählung der Geschichte der prototypischen Popband: Vom dranghaften Geschrammel in der Garage zum Geheimtipp und Debut. Zur Entdeckung, zum Durchbruch, zum Meisterwerk. Zum nicht mehr ganz so tollen aber immer noch ziemlich tollen Nachfolgewerk. Trennung. Solowerk. Reunion. Zum Spätwerk. Zur Wiederenddeckung. Wenn‘s gut läuft.
Mich holten The National vor drei Jahren mit „High Violet“ ab, das wohl in der Kategorie Meisterwerk einzuordnen ist. Inzwischen ist ob der größeren Veranstaltungsorte der Ankauf von 40 laufenden Metern Mikrofonkabel notwendig geworden.
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Halloween Parade – Drei Abende mit Lou Reed in Berlin.

loureed14052003Eins.

Ende April 2000. Die Verstärker jaulen und brummen. Vor den markerschütternden Trommeln von Tony „Thunder“ Smith liefern sich Lou Reed und sein Ex-Schwager Mike Rathke wüste Schweinerock-Gitarrenduelle. Dazu diese durchdringende, verlebte Stimme, der man nicht ausweichen kann. Der Bass bollert, das Feedback bratzt durch die Halle. Ich erinnere mich, wie der Staub in großen Flocken von den Wickelfalzröhren der Klimaanlage unter der Decke auf die Bühne und das Publikum schneit. Weiterlesen

Schratig, schrullig, nimmermüde: Bob Dylan im Tempodrom.

bob_dylan_tempodrom_berlin_2013Nach dem gelungenen Open-Air-Gastspiel in der Spandauer Zitadelle im vergangenen Jahr hatte Bob Dylan für diesen Berlin-Besuch erst zwei, dann drei Abende im Tempodrom gebucht. Dass Dylan in kleinere Hallen (das Tempodrom fasst etwas 3.500 Zuschauer) auftritt und dafür einigen Städten mehrere Abende hintereinander auftritt, ist eine Neuerung im Tourneekalender des anscheinend nimmermüden und fleißig konzertierenden Senioren. Auch neu: Dylan teilt sein Set so in zwei Hälften, macht eine 20-minutige Pause im Konzert und fasst die Gitarre nun gar nicht mehr an. In der Berliner Presse wurde drauf zum ersten Abend getitelt: “Dylan überrascht Fans” – nun ja, ganz soweit würden wir da nun nicht mitgehen… Weiterlesen

Peter Gabriel – Back To Front: So in Berlin

Peter Gabriel Bberlin 2013 o2 Arena

Am 19. Oktober gastierte Pater Gabriel mit seiner „Back To Front : So“ -Tour in der Berliner O2-Area. Dabei wurde das nunmehr bereits 27 Jahre (zu Beginn der Tournee waren es wohl 25 Jahre) alte Album „So“ in voller Länge und in Originalbesetzung zur Aufführung gebracht. Auf dem Weg zu Halle fragten wie uns, wann und wie das eigentlich angefangen hat, dass Musiker, die ihre künstlerisch besten Tage wohl hinter sich haben, ihre erfolgreichsten Werke in voller Länge wiederaufführen und sie somit selbst quasi zum klassischen Werk adeln?

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Glasgower Wochenend: Franz Ferdinand in der Volksbühne Berlin

Franz Ferdinand Vplksbühen BerlinFranz Ferdinand spielten in der Berliner Volksbühne im Rahmen des Kunstfestivals “Glasgow Weekend” ein herrlich kompaktes und knackiges Rockkonzert. Los ging es mit Songs aus dem aktuellen und dem letzten Album – im bestuhlten Saal wurde ab dem ersten Takt gestanden und reihenweise getanzt. Schwerpunkt war im ersten Teil des Abends der mit fettem Groove und quietschenden Synthies angereicherten Tanzrock. Im zweiten Teil gab es dann einen zackigen Ritt durch die Höhepunkte des legendären Debütalbums. Insgesamt eine sehr gelungene Mischung -mit immerhin acht Nummern aus der der neuen Platte, die live neben dem ausgesprochen starken Katalog der Gruppe gut bestehen. Besonders toll fand ich das elegante und rauschhafte “Stand on the Horizon” und das knackige und scharfe “Bullet“. Auch eine Wucht: Der stampfende “Ulysses” im Zugabenteil. Weiterlesen

Herr Seele und das Zimtmädchen. Neil Young & Crazy Horse in der Berliner Waldbühne.

Neil Young Waldbühen BerlinRückblende. Juni 2001: Neil Young und Crazy Horse spielen ein denkwürdiges Konzert in der Waldbühne. Es ist heiß – sehr heiß. Wir stehen vorne, vielleicht acht Reihen vor der Bühne. Der Preis für den Einlass beträgt 71 Deutsche Mark. Neils Gitarre sägt scheinbar Scheiben aus der Muschelkalkverkleidung der Veranstaltungsstätte. Crazy Horse rumpelt majestätisch vor sich hin. Sie singen das Lied von „Cortez“, dem Killer und ein mächtiger, verzerrter, klagender Gitarrenton hängt schwerlelos in der Sommerluft. „Like Hurricane“ will nicht enden und Neil kniet über seiner schwarzen Gibson, deren zur Mikrophonie neigende Tonabnehmer er mit den Enden der abgerissenen Saiten bearbeitet. Selten hat mich ein Konzert so beeindruckt wie dieses.
Knapp Zwölf Jahre später, am selben Ort:  Weiterlesen

Is it in my Head? The Who’s Quadrophenia 1997 in Dortmund

Wir schrieben das Jahr 2013 und die verbliebenen The Who gehen mit Quadrophenia auf Tournee. Das gab es schonmal, vor 16 Jahren – und es war auch gut! Obwohl – streng genommen war das Ganze auch kein “The Who”-Konzert, sondern wurde unter dem Namen “Townshend-Daltrey-Entwistle” plakatiert. Das dürfte den meisten der 17.000 Besucher in der Westfalenhalle vermutlich egal gewesen sein. Und mir auch. Ich machte gerade Abitur und erlebte eine heftige “The Who”-Phase. Weiterlesen

…und Werke aus dem Katalog – Fünfter Abend für Kraftwerk, zweiter für uns.

kraftwerk_posterDen Reiz eines Kraftwerk-Konzertes machen -neben der erhabenen Musik und den brillanten, reduzierten Grafiken- die kleinen und großen Geheimnisse aus, die das Künstlerkollektiv da vor dem staunenden Publikum inszeniert. Wer ist dieser neue Musik- und/oder Bild-Maschinist rechts außen zum Beispiel? Welchen Teil der Musik spielen die Musiker selbst und live, was kommt direkt von den Kling-Klang-Festplatten unter der schicken Bühne? Wieviel der Setliste ist seit den MoMa-Konzerten eh vorprogrammiert?
So ganz wird man das Rätsel hoffentlich nie lösen, nur soviel war uns nach dem zweiten Abend in Düsseldorf (und den vorherigen Erfahrungen aus Berlin 2004 und Wolfsburg 2009) klar: die Mensch-Maschine schraubt während des Konzertes doch noch ordentlich am Werk herum. Weiterlesen

Der Wald vor lauter Bäumen. Radiohead in der Wuhlheide.

Mit dem stimmungsvollen Radiohead-Konzert am Samstag in der Wuhlheide wurde der Herbst endgültig und stilvoll eingeläutet. Ursprünglich sollten die beiden Konzerte ja im Juli stattfinden, aufgrund eines Bühnendach-Einsturzes in Toronto wurde ein großer Teil der Europatermine der Tournee jedoch verschoben. Ende September ist es mit den Witterungsbedingungen für Freiluftkonzerte ja so eine Sache – Weiterlesen

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