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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Autor: Henning Sigge (Seite 2 von 5)

Die Rückkehr der Roboter.

DSCN9906Kraftwerks Präsentation der Katalog-Werkschau in Berlin konnte im Grunde nur an diesem einen Ort stattfinden: Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie, Höhepunkt der architektonischen Spätmoderne, Weihestätte der bundesrepublikanischen Hochkultur und kongeniale Verkörperung der ästhetischen Gestaltprinzipien des Neuen Bauens – in diesem Universalraum unter dem auf acht (!) Stützen schwebenden, schwarzen Flachdach ist die Mensch-Maschine Kraftwerk dort, wo sie hingehört. Weiterlesen

Alltagsroboter, Milch für die Motoren, Schlaflieder und unablässiges Getöse. Jahresabschluss 2014.

Leidenschaftlich gern und laut gehörte Alben 2014:

  • Robert Plant – „Lullaby … and the Ceaseless Roar“
  • Jack White – „Lazaretto“
  • Peggy Sue – „Choir of Echoes “
  • Pink Floyd – „The Endless River“
  • Woods – „With Light and with Love“
  • Gemma Ray – „Milk For You Motors“
  • Damon Albarn – „Everyday Robots“
  • Kevin Morby – „Still Live“
  • Neil Young – „A Letter Home“
  • All The Luck In The World – „All The Luck In The World“
  • Beth Orton – „Sugaring Season“ (spät dran: aus 2012)
  • Beaches – „She Beats“ (spät dran: aus 2013)

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Take your Time – Jack White in der Alten Oper in Frankfurt.

Alte Oper FrankfurtOb mit den White Stripes, den Raconteurs, den The Dead Weather – Konzerte unter Mitwirkung von Jack White sind bislang immer ein Erlebnis. Das einzige Deutschland-Konzert seiner Tour zum aktuellen Album Lazaretto fand in der Alten Oper in Frankfurt statt. Der opulent verzierte, neobarocke Prachtbau überrascht im Inneren mit dem Charme einer 80-er-Jahre-Kongresshalle – die Holz-Vertäfelungen erinnern an westdeutsche Sparkassenfilialen und an der Saaldecke funkeln Metallpaneele in Waschmaschinentrommel-Optik. Weiterlesen

Schratig und verschroben. Neutral Milk Hotel im Postbahnhof.

Legendär: Neutral Milk Hotel sind nach 15 Jahren Pause wieder in Originalbesetzung auf Tournee und besuchten den ausverkauften Berliner Postbahnhof. Geboten wurde ein Potpourri aus den beiden, in den 90er- Jahren veröffentlichten Alben On Avery Island und Indie-Großtat In The Aeroplane Over The Sea sowie einigen Songs, die -teilweise nachträglich- auf Singles und EPs veröffentlicht worden sind. Schratig-schrullig gestaltet sich der gesamte Auftritt: Jeff Mangum und Scott Spillane hatten sich für einen Look irgendwo zwischen Che Guevara und Torfrock entschieden und die Musiker veranstalteten ein geschäftiges Instrumentenkarussell mit singender Säge, Kirmesorgel, Quetschkomonde und Banjo. Weiterlesen

Sensationell: Robert Plant in der Zitadelle

Robert Plant Zitadelle Berlin

Auf seiner über 30-jährigen Reise aus dem bleiernen Schatten des Luftschiffes schlägt der lässigste Großonkel des Rock immer wieder neue Haken: Nach Ausflügen ins Country-Gefilde mit Alison Krauss und weiterer Bluesgrass-Wurzelsuche mit dem Nachfolgeprojekt „Band of Joy“ belebt Robert plant seine Jahrtausendwende-Band „Strange Sensation“ als „Sensational Space Shifters“ wieder.
Mit dieser Truppe schlägt Plant den Bogen von Blues über Country, Eastern, Psychedelic zu Trip-Hop. Viele der Stücke sind mit polyrhythmischem Getrommel unterlegt, der Geiger Juldeh Camara webt auf einem einsaitigen Instrument afrikanisch-anmutende Melodiefäden und in die Arrangements. Und bald verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was man eben noch für eine klassiche Blues-Phrase, eine arabische oder afrikanische Tonfolge gehalten hat. Weiterlesen

Mr. November trifft Miss Juni. The National in der Zitadelle Spandau.

The_National-Berlin-2014-3Schön, wenn ein so ein lauschiger Juniabend die trüben Novembertage vergessen macht. Nach dem nicht ganz so überzeugenden Gastspiel in der Blechhalle im Mauerpark versöhnten uns The National mit einem tollen Auftritt unter freiem Himmel in der Zitadelle Spandau. Es mag einfach auch am guten Wetter gelegen haben, aber mein Eindruck war, dass die Hall-Gitarren und die Dröhn-Bläser, die in der kühlen Max-Schmeling-Halle von allen Seiten auf uns einschmetterten an der freien Luft naturgmäß etwas gefälliger im Bandsound aufgingen. Dazu scheint die Band nach einem guten halben Jahr auf Tour so eingespielt, dass die Songs der aktuellen Platte sich mit den Klassikern zu einem organischen Set zusammenfügen.
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Zweite Festwoche in deutscher Sprachfassung – Der Katalog in Wien

 

Kraftwerk - Burgtheater Wien 2014
Knapp 1 1/2 Jahre nach dem Katalog-Heimspiel in Düsseldorf gastierten Kraftwerk -nach Auftritten in Konzerthäusern, Museen und auf Festivals in aller Welt- im Rahmen der Wiener Festwochen am altehrwürdigen Burgtheater. Dort führten sie mit zwei Vorstellungen je Abend ihr selbstkanonsiertes Gesamtwerk erneut in deutscher Sprachfassung auf. Weiterlesen

Ein Satz heißer Ohren. Mogwai im Tempodrom.

Mogwai, Berlin 2013Ohrenstöpsel nicht vergessen – Mogwai sind in der Stadt! Erstaunlich, dass diese Band inzwischen ein Halle wie das Tempodrom füllen kann. Schließlich gibt es vornehmlich instrumentale Postrockmusik in Raketenstart-Lautstärke zu hören – eher nicht etwas für das breite Publikum. Aber dank der drei oder vier vergangenen Alben, auf denen die Stücke etwas weniger schroff, mit breiterer Instrumentierung und harmonischer daher kommen, haben sich Mogwai offenbahr neue Hörergruppen erschlossen, ohne die alten Fans zu verprellen.
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Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Jahresabschluss 2013.

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2013 ist vorbei. Ein kurzer musikalischer Rückblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Einige tolle Alben 2013:

  • Brokeback – „Brokeback and The Black Rock“
  • Laura Marling – „Once I Was an Eagle“
  • Low – „The Invisible Way“
  • Nick Cave – „Push The Sky Away“
  • Franz Ferdinand – „Right Thoughts Right Words Right Action“
  • Unknown Mortal Orchestra – „II“
  • Babyshambles – „Sequel to the Prequel“

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Scout Niblett im Berliner Privatclub

Scout_Niblett_ Privatclub_08_11_2013_dEine verhuschte Pippi Langstrumpf bahnt sich mit ihrem abgetragenen Rucksack über der Schulter den Weg durchs Publikum auf die Bühne, hängt sich die -scheinbar etwas zu großgeratene- Fender Mustang um und beginnt gewissenhaft ihr Instrument zu stimmen. Die Königin des Grunge-Folk-Metal-Blues ist zu Besuch im Berliner Privatclub.

Niblett hat mit „It’s Up To Emma“ das bittersüßeste Trennungsalbum -mindestens des Jahres, wenn nicht seit Becks „Sea Change“– vorgelegt. Wenn man sich einmal auf diese Stimmung einlässt, eine äußerst mitreißende und einnehmende Platte. Das Konzert, das Sie zunächst für zwei Songs alleine beginnt und im Hauptteil in der ungewöhnlichen Besetzung Zwei-Gitarren-plus-Schlagzeug spielt, steht dem Album in Wucht und Emotionalität in nichts nach.

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Küchenmesser am Gitarrenhals. Gemma Ray im Imperial.

gamma_ray_dGemma Ray präsentierte unlängst Ihr aktuelles Soundtrack-Album für einen imaginären Film, „Down Baby Down“, im Rahmen eines Clubkonzertes für den Sender radioeins. Die Platte schwelgt im 60er-Jahre Breitwand-Morricone-Sound, man hatte daher auf der kleinen Bühne des neuen Imperial Clubs in den Kellern des Admiralspalastes Orgel, Schlagzeug, zwei Chor-Sängerinnen und eine Double-Bass untergebracht. Gitarrist und Bassist mussten hier und da zur Puste-Klarina greifen, um die bläserähnliche Sounds beizusteuern. Frau Ray erschien angemessen im 60ies-Kleidchen und mit Hochsteckfrisur. Ein weißes Handtäschchen wurde zwischen den Effektgeräten abgelegt.

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Der schwarze Felsen. Brokeback im Berliner Comet.

Brokeback_20_11_13_Comet_d„Brokeback and the Black Rock“  ist eine meiner Lieblingsplatten dieses Jahres: Traumhaft schöne und dynamische Instrumentalmusik zwischen Rock, Surf, Blues und Jazz aus dem Umfeld der Postrocklegende Tortoise. Das Quartett aus Chicago trat im Comet als Vorgruppe auf und spielte ein fantastisches, knapp 45-minütiges Set.

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