
Auf seiner über 30-jährigen Reise aus dem bleiernen Schatten des Luftschiffes schlägt der lässigste Großonkel des Rock immer wieder neue Haken: Nach Ausflügen ins Country-Gefilde mit Alison Krauss und weiterer Bluesgrass-Wurzelsuche mit dem Nachfolgeprojekt „Band of Joy“ belebt Robert plant seine Jahrtausendwende-Band „Strange Sensation“ als „Sensational Space Shifters“ wieder.
Mit dieser Truppe schlägt Plant den Bogen von Blues über Country, Eastern, Psychedelic zu Trip-Hop. Viele der Stücke sind mit polyrhythmischem Getrommel unterlegt, der Geiger Juldeh Camara webt auf einem einsaitigen Instrument afrikanisch-anmutende Melodiefäden und in die Arrangements. Und bald verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was man eben noch für eine klassiche Blues-Phrase, eine arabische oder afrikanische Tonfolge gehalten hat. Weiterlesen
Schön, wenn ein so ein lauschiger Juniabend die trüben Novembertage vergessen macht. Nach dem nicht ganz so überzeugenden Gastspiel in der Blechhalle im Mauerpark versöhnten uns The National mit einem tollen Auftritt unter freiem Himmel in der Zitadelle Spandau. Es mag einfach auch am guten Wetter gelegen haben, aber mein Eindruck war, dass die Hall-Gitarren und die Dröhn-Bläser, die in der kühlen Max-Schmeling-Halle von allen Seiten auf uns einschmetterten an der freien Luft naturgmäß etwas gefälliger im Bandsound aufgingen. Dazu scheint die Band nach einem guten halben Jahr auf Tour so eingespielt, dass die Songs der aktuellen Platte sich mit den Klassikern zu einem organischen Set zusammenfügen.
Wo vor über einem Vierteljahrhundert Waren des täglichen Bedarfs gekauft wurden, finden heute Konzerte statt. Großartig!

Ohrenstöpsel nicht vergessen – Mogwai sind in der Stadt! Erstaunlich, dass diese Band inzwischen ein Halle wie das Tempodrom füllen kann. Schließlich gibt es vornehmlich instrumentale Postrockmusik in Raketenstart-Lautstärke zu hören – eher nicht etwas für das breite Publikum. Aber dank der drei oder vier vergangenen Alben, auf denen die Stücke etwas weniger schroff, mit breiterer Instrumentierung und harmonischer daher kommen, haben sich Mogwai offenbahr neue Hörergruppen erschlossen, ohne die alten Fans zu verprellen.
Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Im Oktober verließ uns 
Eine verhuschte Pippi Langstrumpf bahnt sich mit ihrem abgetragenen Rucksack über der Schulter den Weg durchs Publikum auf die Bühne, hängt sich die -scheinbar etwas zu großgeratene- Fender Mustang um und beginnt gewissenhaft ihr Instrument zu stimmen. Die Königin des Grunge-Folk-Metal-Blues ist zu Besuch im Berliner Privatclub.
Gemma Ray präsentierte unlängst Ihr aktuelles Soundtrack-Album für einen imaginären Film, „Down Baby Down“, im Rahmen eines Clubkonzertes für den Sender radioeins. Die Platte schwelgt im 60er-Jahre Breitwand-Morricone-Sound, man hatte daher auf der kleinen Bühne des neuen Imperial Clubs in den Kellern des Admiralspalastes Orgel, Schlagzeug, zwei Chor-Sängerinnen und eine Double-Bass untergebracht. Gitarrist und Bassist mussten hier und da zur Puste-Klarina greifen, um die bläserähnliche Sounds beizusteuern. Frau Ray erschien angemessen im 60ies-Kleidchen und mit Hochsteckfrisur. Ein weißes Handtäschchen wurde zwischen den Effektgeräten abgelegt.
„Brokeback and the Black Rock“ ist eine meiner Lieblingsplatten dieses Jahres: Traumhaft schöne und dynamische Instrumentalmusik zwischen Rock, Surf, Blues und Jazz aus dem Umfeld der Postrocklegende Tortoise. Das Quartett aus Chicago trat im Comet als Vorgruppe auf und spielte ein fantastisches, knapp 45-minütiges Set.







