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Arne, Henning & Tom on Tour - Konzerttagebuch

Stuck In A Dream- Jawbones im Berliner Bassy Club

Joe Dillworth lehnt entspannt am DJ-Pult. Er nippt am Bier und die Zigarette glimmt zwischen seinen Fingern. Zigarettenrauchschwaden schimmern im diffusen Licht des Bassy Clubs. Es ist kurz vor Mitternacht, als Anton Newcombe zum letzten mal die Regler der Soundanlage nach oben schiebt. Das Schwarz des Vinyls glitzert im Licht. „Throbbing Gristle“ vom kommenden Album „Dont Get Lost“ seiner Brian Jonestown Massacre erklingt und ich werfe Ihm rasch ein verhuschtes Lächeln zu.  Klar kenn‘  ich den neuen Song!  Es scheint Ihn zu freuen.

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Götterdämmerung im Bällebad. The Flaming Lips in Berlin

Flaming Lips Berlin Race for the Price

Man kann den Flaming Lips nicht vorwerfen sie würden halbe Sachen machen: Gleich im ersten Song – dem sowieso schon mitreißenden „Race for The Prize“ – wird die Menge Konfetti ins Publikum geschossen, mit der der geneigte Bühnentechniker sonst eher das Olympiastadion bedenkt. Zeitgleich segeln Dutzende Riesenluftballons in die Halle – sofort fühlt man sich mitten ins Bällebad auf einem sehr sehr durchgeknallten Kindergeburtstag versetzt. Regression? Weltflucht? Das breite Grinsen kann man sich jedenfalls nicht so schnell aus dem Gesicht wischen. 

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Toms Konzertrückblick 2016

Alle Jahre wieder. Auch in diesem Jahr ein kleiner Rückblick der Konzerte der vergangenen 12 Monate.

Viele spannende Neuentdeckungen waren auf den Konzertbühnen zu hören, so z.B. Alfred Quest, When Nalda Became Punk, Slow Steve, Creams, Blind Butcher, White Lung, Voodoo Beach, Full Moon Fiasco, Fai Baba, Odd Couple, Elephant Stone, Car Seat Headrest, Celsius Panda, John Joseph Brill, Sunflower Bean, Yak, Desperate Journalist, uva.

Der Sigge Rocktours Express wird das Schaffen dieser Künstler im Auge behalten.

Das besondere Konzert in diesem Jahr war natürlich Mietminderung im Zosch! Wir dürfen auf 2017 gespannt sein!

Hier die Top 40 Konzerte 2016:

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Das Berlin Atonal Festival 2016 im Kraftwerk Mitte

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Die Anfänge des Berlin Atonal reichen bis in die 80er Jahre des alten Berlin (West) zurück. Im Kreuzberger SO 36 wurde 1982 das erste Atonal veranstaltet. 1990 schloss das Festival zunächst seine Türen. Vor drei Jahren hat die Festivalreihe  einen Relaunch erfahren und wird seitdem im alten Heizkraftwerk Mitte in der Köpenicker Straße aufgeführt. Das monumentale Industriebauwerk, welches 1961 in der DDR errichtet wurde und  1997 „vom Netz ging“, dient seit 2013 als Auftrittsort.

Beim Berlin Atonal stehen seither experimentelle Musik und Installationen im Mittelpunkt. Livepräsentationen und DJ-Sets wechseln sich ab und die elektronische Musik wabert variantenreich zwischen Ambient, Noise, Drone, Dub und Techno durch den Skelettbau. Ergänzt wird die Musik  durch zahlreiche Filmprojektionen und über 100 Künstler gestalten die 5-tägige audiovisuelle Sinneserweiterung. Weiterlesen

Kevin Morby im Club! Heim im Hamburger Schanzenpark

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Oft verknüpft man Worte mit bunten Bildern im Kopf. Voller Klischees, Erfahrungen, Erinnerungen oder auch einfach aus Unwissenheit.

So ging es mir, als ich den Auftrittsort für das Hamburger Konzert von Kevin Morby las: Club!Heim.

Mit Ausrufezeichen. Wohl eher Club als Heim.

Mir schossen sofort Bilder von Pokalen hinter staubigen Glasvitrinen, Wimpeln, Holzbierfässern als Stehtische, abwaschbaren Tischdecken, dunkelbraunen Fliesen und holzvertäfelten Wänden durch den Kopf. Dazu dieser eigenwillige Duft nach kaltem Zigarettenrauch und abgestandenem Bier. So „schlimm“ wird es nicht werden, dachte ich und fuhr frohen Mutes nach Hamburg, um Kevin Morby nach dem Konzert im Mai im Berliner Lido in diesem Jahr erneut sehen zu können.

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Jenseits von Millionen auf der Burg Friedland

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Seit über 10 Jahren veranstalten die Macher des Jenseits von Millionen Festivals ein viel beachtetes Musikfestival auf der Burg Friedland in der Niederlausitz, ca. 1,5 Autostunden südlich von Berlin. Die Geschichte der Burg reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück und im beschaulichen Innenhof des Ecks werden durch die geschmackssicheren Veranstalter alljährlich Bands gebucht, die, wie es die INTRO so schön formuliert hat, „zwei Jahre später die heimische Musikpresse bejubelt“. Der Sigge Rocktours Express machte sich zum ersten Mal auf den Weg nach Friedland.

Auch in diesem Jahr unterstützt das Festival mit 2€/je Ticket das Projekt der Hilfsorganisation „Raise a Smile“.  Eine gute Idee, die die konzeptionelle Festivalidee der Nachhaltigkeit sehr gut ergänzt.

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David Gilmour auf dem Bowling Green in Wiesbaden – das Ende einer Reise?

 

David Gilmour Wiesbaden 18.07.2016 War es das? Das möglicherweise letzte David Gilmour Konzert für Sigge-Rocktours? Der Tourabschluss in London steht in diesem Jahr nicht bei uns im Reisekalender. Eine Fortsetzung der Tour im nächsten Jahr oder gar ein neues Album inklusive Tour in den nächsten zwei bis drei Jahren scheint unwahrscheinlich, schließlich feierte Herr Gilmour dieses Jahr bereits seinen 70. Geburtstag.  Alles Gedanken, die wir während des Konzertes verdrängt hatten. Zwischenzeitlich hing dem Konzert in Wiesbaden sogar der schale Beigeschmack eines Pflichttermins an. Damals voll Freude gebucht, kurz darauf in den mächtigen Schatten unseres Pompeji Besuchs gestellt. Gab es etwas, dass dieses Erlebnis noch toppen konnte? Soll man nicht aufhören, wenn es am schönsten ist? Weiterlesen

David Gilmours Geisterbeschwörung in den heiligen Stätten von Pompeji.

Fat old sun in pompeii

Das Amphitheaterder der Ruinenstadt Pompeji ist wohl für jeden, der sich mit Pink Floyds Schaffen vor den Überalbum Dark Side of the Moon und dem was darauf folgte intensiver beschäftig hat, der Sehnsuchtsort schlechthin. Für mich stellt der wirkmächtige Konzertfilm Live at Pompeii von 1971 einen Dreh- und Angelpunkt im Werk dar. Mystisch und erhaben präsentiert dieser die Band auf dem Höhepunkt ihrer prägenden Frühphase. Eine zeitlose Musik der anderen Art, die jedes langweilige Rock’n’Roll-Klischee weit hinter sich lässt. David Gilmour bespielt überraschend auf seiner aktuellen Welttournee diese heilige Stätte für zwei exklusive Konzerte. Dass der Gitarrist und Sänger in Sachen Songauswahl, Stimme und authentischer Aufführungspraxis der Fackelträger oder Lordsiegelbewahrer dieser frühen Bandperiode ist, hatte er 2006 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit einer Portion Glück und auch unter Einsatz nicht unerheblicher finanzieller Mittel konnte das Sigge-Rocktours-Triumvirat sich die Teilnahme am zweiten Abend auf heiligem Boden sichern. Weiterlesen

Up in the Sky- Kevin Morby im Berliner Lido

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Es ist dieser Augenblick der so entrückt und berührend ist. Der kurze Moment des Innehaltens, der Stille, das Piano seufzt melancholisch, die Gedanken und Gefühle umarmen dich und doch scheint alles flüchtig, rauscht an dir vorbei, dreht sich unaufhörlich, raubt dir den Verstand, dem Himmel nah………sometimes.

Riding on that ferris wheel/A chair up in the sky/Riding on that ferris wheel/Well I lose my mind …..sometimes  (aus „Ferris Wheel“)

Wer kennt das nicht!

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Mietminderung im Zosch

Sigge-Rocktours proudly presents:
Mietminderung


https://soundcloud.com/mietminderung/

Public Service Broadcasting in Münster: Blur trifft Kraftwerk

Public Service BroadcastingEs passiert selten, dass man vor einem Konzert mehr Geld für einen – zugegebenermaßen leckeren – Burger und ein Getränk ein einem Hipster-Systemgastronomie-Restaurant ausgibt, als für das Konzertticket selbst. Wir korrigierten den kurzen Abstecher zum Münsteraner „Hans im Glück“ vor dem Konzert  später übrigens schuldbewusst durch Einkäufe am Merchandisingstand. Weiterlesen

Wir haben hier nichts anderes! Sophie Hunger in Aachen.

Der Musikbunker ist so wie er heißt: Klobig grau ragt er zwischen den Jahrhundertwende-Bauten des Frankenberger Viertels heraus und zieht regelmäßig die angekommenen Mittvierziger-Ex-Linken aus der Umgebung in seinen dunklen, stickigen Schlund. „Wir haben uns einen unprätentiösen Ort ausgesucht, da kann man sich besser kennenlernen“, ruft Sophie Hunger ins Publikum. „Wir haben hier nichts anderes“, ruft ein Mann zurück.

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Wo Sophie Hunger im Moment auf ihrer „Supermoon“-Tour auftritt, hagelt es entrückt-begeisterte Kritiken. In Aachen drängt sich ein noch unbeeinflusstes Publikum vor der Bühne. Sophie Hunger beginnt mit dem Titelsong ihres neuen Albums und steckt ab, wo sie diesen Abend hin will – „I’m a super moon and your friend in blue, I couldn’t be more perfect“.
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