Fünf Favoriten auf dem Plattenteller:

Dan Mangan – More or Less. Abwechslungsreiche Platte mit bittersüß-kitschigen Balladen neben lakonischen Pop-Hymnen, hier und da durch frickelige Beats oder polyrhytmisches Getrommel flockig bewegt. Sehr geschmackvoll.

 

Daniel Blumberg – Minus. Moll-Piano, Schrammelgeige. Gitarren wie rostige Sägen. Neil-Young-Harvest-Ära-Stimmefarbe. Sehr unmittelbar und sehr bewegend zwischen Dissonanz und Wohlklang.

Felix Kramer – Wahrnehmungsache. Österreicher, jung, charmant, witzig. Kann Gitarre spielen und singen. Jetzt bloß nicht neidisch werden!

 

Vibraphon, Wurlitzer, Reverb: Geschmeidig durch den Tag gleiten mit  Michael Nau and The Mighty Thread

 

Damien Jurado – The Horizon just Laughed. Zeitloses, großes Songwriting. Percy Faith, Charles Schulz, Allan Sherman, Thomas Wolfe und andere treffen in diesem mystischem Amerika-Panaroma  aufeinander. Wunderbar.

 

Fünf Favoriten auf der Bühne:

5. Roger Waters in der Mercedes-Benz Arena, Berlin

Sensationelles Mittendrin-Projektionstheater. Allein wegen des Animals-Segments mit dem mächtig schiebenden Pigs ganz weit vorne. Ansonsten  überzeugten die Songs des sehr guten aktuellen Soloalbums Is this the life we really want?  Wegen mir könnten es davon noch deutlich mehr, dafür kleinere Hallen sein und ein paar der inzwischen überspielten Oldies gerne entfallen…

4. The Monochrome Set im Monarch, Berlin

Es gibt keinen Backstage-Bereich.  Die Vorband namens Wichswut (ja, ensthaft!) räumt ihr Zeug nicht weg. Die Bühne ist sowieso schon eng wie nur was. Ständig fällt ein Mikrostativ um. Das Basstrommel-Mikro fällt im ersten Song raus. Der Sound ist eh gruselig. Andere wären bereits genervt von der Bühne gegangen. Trotz der Umstände oder vielleicht gerade deshalb ein sehr knackiger, mitreissender und einfach professioneller Auftritt der New-Wave-Legende.

3. Bob Dylan in der Seidenstickerhalle, Bielefeld.

Der Mann ohne Eigenschaften in der Stadt ohne Eigenschaften.

2. Jack White in der Verti-Music-Hall, Berlin

Entfachte -nach einem durchwachsenen ersten Drittel – die Entgrenzung und den Sog des Frühwerkes. Auch dank der unglaublichen Carla Azar an den Drums. Gitarren-Inferno.

1. Nick Mason’s Saucerful of Secrets (zum Beispiel) im Haus Auensee, Leipzig.

Arnold Layne, Lucifer Sam, Emily, Set the Controls, Saucerful of Secrets. Irrsinn, dass diese Großtaten teilweise 40 Jahre auf eine offizielle Wiederaufführung warten mussten. Was für ein Triumph! Lässig aber würdevoll und im Geiste der Originale gespielt. „Which one’s Pink? – It was Nick all along…!“ twitterte David Gilmours Ehefrau, Muse und Sprecherin Polly Samson dazu – völlig zu recht.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Wiblingen und Neues von der Heiterkeit und Robert Forster im Frühjahr…

Wir wünschen allen Lesern alles Gute für 2019 und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!