Wie schon vor 2 Jahren stand der Januar ganz im Zeichen von Kraftwerk. Wir hatten uns bereits im September des vergangenen Jahres, für eine Gruppenreise nach Amsterdam entschieden, um dort im Januar den Katalogabend 8, „Tour de France“, sehen zu können. Das altehrwürdige und legendäre Paradiso bestärkte uns in unserer Entscheidung, unseren Live-Katalog in Amsterdam weiter zu vervollständigen. Dann, im November, wurden urplötzlich weitere Konzerte der Katalogreihe für Januar in Berlin angekündigt. Neue Nationalgalerie! Das saß! Die Ereignisse überschlugen sich und wir hatten das Glück, für unseren Wunschabend, Katalog Nummer 6, „Techno Pop“, Karten zu bekommen. Weiterlesen
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Bereits vor dem -vergleichsweise kurzfristig anberaumten- Berliner Katalog-Gastspiel in der Neuen Nationalgalerie, hatte sich die Sigge-Rocktours-Reisegruppe für einen Abstecher nach Amsterdam entschieden – um dort endlich das majestätische Tour de France-Album zu hören. Das Konzert fand im Paradiso statt – einer legendären Veranstaltungsstätte, die 1968 als Jugendclub in einer ehemaligen Kirche eröffnete. Der neo-romanische Hallenbau aus Ende des 19. Jahrhunderts bot im Gegensatz zur strengen, abstrakten Kühle der Nationalgalerie ein eher intimes und heimeliges Ambiente. Hier wirkte die 3D-Leinwand im Vergleich wie passgenau zwischen die umlaufende Balustrade gesteckt. Der zweite Hintergrund-Screen, der in Berlin noch zusätzliche, monochrome Farbtöne passend zu den Filmen gezeigt hatte, fehlte hier völlig.
Der Katalog wurde in Amsterdam satt in einer Stätte der Hochkultur in einem -wenn auch legendären- normalen Popkonzert-Raum präsentiert. Und tatsächlich hatten wir das Gefühl, bei einem Konzert zu sein und nicht bei einer Vernissage:
Das Publikum war bunt gemischt, es wurde getanzt, mitgeklatscht, gejubelt, es gab Zwischenrufe und wenn – bei Tour de France nicht zu knapp – die Technobeats besonders fett in die Halle reingeschoben wurden, wurde dies mit Szenenapplaus gefeiert. So munter hatte ich das zuletzt beim meinem ersten Kraftwerk-Konzert 2004 im Berliner Tempodrom erlebt – auf der Welttournee zum damals aktuellen Tour de France-Album.
Auch in diesem Jahr ein umfassender Rückblick auf ein sehr schönes und ereignisreiches Konzertjahr bei dem ich mehr als 60 Veranstaltungen unterschiedlichster Künstler besucht habe.
2014 kamen viele Bands hinzu, die ich schon immer gern live sehen wollte. Glücklicherweise bietet meine Heimatstadt die Möglichkeit dazu und wie immer sind wir Berliner ein wenig im Vorteil wenn es darum geht, ob z.B. noch weniger bekannte Bands von Ihren Plattenfirmen oder gar „cleveren Managern“ auf eine erste Tour geschickt werden. Die Metropole an der Spree ist fast immer dabei oder oft sogar einziger Auftrittsort.
In der Rückschau auf die Konzerte war interessant für mich, dass es einige mir altbekannte Bands in diesem Jahr nicht bis ganz nach vorn geschafft haben. Das lag zum einen natürlich an Ihrem Auftritt und zum anderen daran, dass andere, „neue“ Bands derzeit spannender, interessanter und mitunter einfach besser waren! Richtig gepackt haben mich Arcade Fire, Massive Attack und Jack White in diesem Jahr nicht. Es waren keine schlechten Gigs und womöglich sind es oft nur ein paar „übersättigte Kleinigkeiten“ die mich wohl zu kritisch werden lassen. Weiterlesen
Es musste so kommen! Durch diese Wucht, diese energetische und schweißtreibende Bühnenpräsenz und mit diesem sagenhaften Debütalbum, haben sich die zwei jungen Kerle aus Brighton binnen eines Jahres an die Spitze der Charts katapultiert und sie zu einem der heißesten Live-Acts der heutigen Zeit werden lassen.
Sigge-Rocktours hatte bereits, als Royal Blood noch als “Geheimtipp” gehandelt wurden, im vergangenen Mai und im September begeistert von Ihren ersten beiden Berlin Auftritten berichtet verbunden mit der “prophetischen” Frage “The Next Big Thing?” Weiterlesen
Kraftwerks Präsentation der Katalog-Werkschau in Berlin konnte im Grunde nur an diesem einen Ort stattfinden: Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie, Höhepunkt der architektonischen Spätmoderne, Weihestätte der bundesrepublikanischen Hochkultur und kongeniale Verkörperung der ästhetischen Gestaltprinzipien des Neuen Bauens – in diesem Universalraum unter dem auf acht (!) Stützen schwebenden, schwarzen Flachdach ist die Mensch-Maschine Kraftwerk dort, wo sie hingehört. Weiterlesen
Leidenschaftlich gern und laut gehörte Alben 2014:
- Robert Plant – “Lullaby … and the Ceaseless Roar”
- Jack White – „Lazaretto“
- Peggy Sue – „Choir of Echoes “
- Pink Floyd – „The Endless River“
- Woods – „With Light and with Love“
- Gemma Ray – „Milk For You Motors“
- Damon Albarn – „Everyday Robots“
- Kevin Morby – „Still Live“
- Neil Young – „A Letter Home“
- All The Luck In The World – „All The Luck In The World“
- Beth Orton – „Sugaring Season“ (spät dran: aus 2012)
- Beaches – „She Beats“ (spät dran: aus 2013)
Ob mit den White Stripes, den Raconteurs, den The Dead Weather – Konzerte unter Mitwirkung von Jack White sind bislang immer ein Erlebnis. Das einzige Deutschland-Konzert seiner Tour zum aktuellen Album Lazaretto fand in der Alten Oper in Frankfurt statt. Der opulent verzierte, neobarocke Prachtbau überrascht im Inneren mit dem Charme einer 80-er-Jahre-Kongresshalle – die Holz-Vertäfelungen erinnern an westdeutsche Sparkassenfilialen und an der Saaldecke funkeln Metall-Paneele in Waschmaschinentrommel-Optik. Weiterlesen
Eigentlich hatte mich nur eine Konferenz in die Hauptstadt verschlagen. Da die lokale Sigge-Rocktours – Crew für den Abend schon einen Besuch im C-Club geplant hatte, schloss ich mich an und kam so zufällig in den Genuss meines ersten Gemma Ray Konzertes. Meine Mitstreiter waren durch das Konzert im Imperial vor knapp einem Jahr schon im Bilde. Weiterlesen
Vornweg: Es war heiß! Das lag zum einen daran, dass sich der Klimatechniker des Privatclubs offenbar noch im verlängerten Wochenende befunden habe muss und natürlich an Ben Thatcher und Mike Kerr die sich mit einem furiosen Auftritt in der Stadt zurückmeldeten.
Sigge-Rocktours hatte bereits im Mai von Ihrem ersten Berlin Auftritt berichtet und mit Ihrem erst im August erschienen Debütalbum Royal Blood haben sie sofort Platz 1 der UK-Charts gestürmt, was für die große Klasse Ihres ersten Longplayers spricht.
Mit einer Mercury Prize Nomination für die besten Alben 2014 im Gepäck, kamen sie überraschend und spontan für einen Clubauftritt an die Spree.
Der Privatclub war eine gute Wahl und nach einem Tag war das Konzert restlos ausverkauft. Bereits weit vor dem offiziellen Einlass tummelten sich Kartensuchende und Besucher vor dem Club. Das Publikum zog fast alle Altersklassen an und war angenehm bunt gemischt. Weiterlesen
Kevin Morby habe ich als Bassist der New Yorker Band Woods kennengelernt. Auf den Konzerten die ich von den Woods besucht habe, stand er immer mittig, mit einem scheinbar viel zu eng und fast in Brusthöhe sitzendem Bass. Durch seinen melancholisch anmutenden und scheuen Blick, der fast immer über das Publikum hinweg streifte, hatte ich oft den Eindruck, dass er nicht anwesend schien und hörte jedoch, dass er eben das Bindeglied zwischen den zwei Gitarristen ist und mit seinem Basspiel nicht unwesentlich den Sound der Woods mitgeprägt hat.
Darüber hinaus ist Kevin Morby auch Mitglied der New Yorker Band The Babies, welche im Jahr 2012 mit „Our House in the Hill“ eine hörenswerte Platte veröffentlicht haben. Nun also auch auf Solopfaden. Weiterlesen
15 Jahre Sigge-Rocktours gilt es in diesem Jahr zu feiern. Wo genau der Beginn der Sigge-Rocktours Geschichte festgemacht wird ist – wie bei vielen Bandgründungen auch – eine unter Experten strittige Angelegenheit. Soll man den ersten Besuch von Tom in Bielefeld zum Snowy White Konzert im Elfenbein schon dazu zählen? Nein, wir entschieden uns für die erste große gemeinsame Fahrt im Jahr 1999. Roger Waters hatte unverhofft ein paar Konzerte in den USA angekündigt. Eine einmalige (so dachten wir damals) Chance, den Waters nochmals live zu erleben. Da mussten wir dabei sein. So reisten wir an die Ostküste der USA, fuhren zahlreiche U-Turns mit unserem Mietwagen, sahen grandiose Konzerte und legten den Grundstein für die ersten 15 Jahre Sigge-Rocktours. Seither also besuchen Arne, Tom, Henning hier und dort Konzerte. Oft mit weiteren Freunden und Musikbegeisterten.
Legendär: Neutral Milk Hotel sind nach 15 Jahren Pause wieder in Originalbesetzung auf Tournee und besuchten den ausverkauften Berliner Postbahnhof. Geboten wurde ein Potpourri aus den beiden, in den 90er- Jahren veröffentlichten Alben On Avery Island und Indie-Großtat In The Aeroplane Over The Sea sowie einigen Songs, die -teilweise nachträglich- auf Singles und EPs veröffentlicht worden sind. Schratig-schrullig gestaltet sich der gesamte Auftritt: Jeff Mangum und Scott Spillane hatten sich für einen Look irgendwo zwischen Che Guevara und Torfrock entschieden und die Musiker veranstalteten ein geschäftiges Instrumentenkarussell mit singender Säge, Kirmesorgel, Quetschkomonde und Banjo. Weiterlesen










